Historiker haben einen unerwarteten Ursprung des Begriffs „Burnout“ entdeckt
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Der Begriff „Burnout“ tauchte schon lange vor Büros, Terminen und E-Mails auf. Ein Forscher fand heraus, dass der Ausdruck „burned out“ bereits vor über 250 Jahren verwendet wurde, und seine Herkunft stand in engem Zusammenhang mit schwerer körperlicher Arbeit, Bränden und den ersten kapitalistischen Verhältnissen.
Heute definiert die Weltgesundheitsorganisation das berufliche Burnout als ein Syndrom, das infolge chronischen Stresses am Arbeitsplatz entsteht.
Die Geschichte des Begriffs selbst reicht jedoch weit zurück.
Ein Forscher analysierte englische landwirtschaftliche Aufzeichnungen aus dem 18. Jahrhundert und stellte fest, dass die Wortverbindung „burned out“ zunächst im wörtlichen Sinne verwendet wurde – wenn Kerzen, Brennstoff, Öfen oder Wirtschaftsgebäude abbraannten.
Nach und nach wurde der Ausdruck auch zur Beschreibung von Menschen verwendet, die durch schwere Arbeit völlig erschöpft waren.
Ein Landwirt verlor seine Scheune und wäre beinahe er selbst verloren gegangen
Eines der eindrucksvollsten Beispiele ist die Geschichte des englischen Landwirts William White, die der Agrarreformer Arthur Young in seinem Buch „The Farmer’s Tour Through the East of England“ (1771) beschrieb.
White verlor zweimal seine Scheune durch einen Brand. Während er seinen Hof mit eigenen Händen wieder aufbaute, musste er gleichzeitig weiter auf dem Hof arbeiten.
Diese Kombination aus schwerer körperlicher Arbeit und der Notwendigkeit, sein Eigentum schnell wiederherzustellen, führte zu völliger Erschöpfung. Genau in diesem Zusammenhang verwendete Young den Ausdruck „burned out“.
Nach Ansicht des Autors der Studie wurden bereits damals materielle Katastrophen und menschliche Erschöpfung als miteinander verbundene Phänomene wahrgenommen.
20 Stunden Arbeit pro Tag
Noch aufschlussreicher ist die Geschichte des Bergarbeiters James Croft.
Tagsüber arbeitete er im Kohlebergwerk, und nach seiner Schicht arbeitete er bis tief in die Nacht auf seinem eigenen kleinen Bauernhof, um seine Familie zu ernähren.
Nach Berechnungen von Arthur Young schlief der Mann etwa vier Stunden pro Tag und arbeitete fast 20 von 24 Stunden.
Seine Zeitgenossen bewunderten seinen Arbeitseifer, obwohl sie bereits damals feststellten, dass die ständige Überlastung seine Gesundheit ernsthaft beeinträchtigte.
Als Menschen zum „Brennstoff“ wurden
Der Forscher ist der Ansicht, dass sich der Ausdruck „burned out“ im Laufe der Zeit von einer wörtlichen Beschreibung verbrannter Gegenstände zu einer Metapher für menschliche Erschöpfung gewandelt hat.
Diese sprachliche Wandlung spiegelte einen Wandel in der Einstellung zur Arbeit wider.
Waren früher Kerzen oder Brennholz „abgebrannt“, so begannen nach und nach auch die Arbeitnehmer selbst „abzubrennen“ – gleichsam als eine Ressource, die zum Erreichen wirtschaftlicher Ziele aufgebraucht werden kann.
Der Autor bringt dies mit der Entstehung der kapitalistischen Wirtschaft des 18. Jahrhunderts in Verbindung, in der lang andauernde und schwere Arbeit nach und nach als Norm wahrgenommen wurde.
Dabei behauptet die Studie nicht, dass die Menschen des 18. Jahrhunderts unter einem Burnout-Syndrom im heutigen medizinischen Sinne litten.
Es geht vielmehr um die Geschichte des Begriffs selbst und darum, wie sich die Sprache gewandelt hat, mit der die Gesellschaft die Folgen von Überarbeitung beschrieb.
Nach Ansicht des Autors ermöglicht dies einen anderen Blick auf die aktuellen Diskussionen zum Thema Burnout und erinnert daran, dass das Problem der übermäßigen Ausbeutung der Arbeitskraft weitaus tiefere historische Wurzeln hat.
Quelle
Studie: Basierend auf Materialien aus dem in Vorbereitung befindlichen Buch „Whistling at the Plough: Poetic Infrastructure from Improvement to Romanticism“.
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Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.












