China könnte heimlich Tausende Tonnen Uran aus Afrika eingeführt haben – Medienberichte

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Wissenschaftler haben ungewöhnliche Uranlieferungen nach China aufgedeckt
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13:30, 01.08.2026

Eine Studie von Wissenschaftlern aus den USA hat ergeben, dass zwischen 2000 und 2024 bis zu 5.000 Tonnen Uran aus der Demokratischen Republik Kongo ausgeführt worden sein könnten, obwohl die Förderung offiziell nicht gemeldet wurde. Experten warnen vor möglichen Risiken für die Nuklearkontrolle und die Gesundheit der Menschen.



Über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg konnten aus der Demokratischen Republik Kongo (DRK) erhebliche Mengen an Uran exportiert werden, obwohl das Land offiziell seit vielen Jahren keine Uranförderung mehr meldet. Forscher haben herausgefunden, dass zwischen den Jahren 2000 und 2024 zwischen 2.000 und 5.000 Tonnen Uranerz aus dem Land ausgeführt worden sein könnten. Dies geht aus einer Studie von Wissenschaftlern der Universität Wisconsin-Madison und der Princeton University in den USA hervor, über die die Publikation „Interesting Engineering“ berichtet.

Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass die möglichen Exportmengen vor dem Hintergrund der weltweiten Uranproduktion von großer Bedeutung sind. Jährlich werden weltweit etwa 55.000 bis 65.000 Tonnen Natururan gefördert, weshalb Lieferungen von selbst nur einigen Tausend Tonnen zu einem spürbaren Faktor für den globalen Markt werden.

Wie kam es zu dem Zusammenhang zwischen Uran und dem Kobaltabbau?

Gemäß internationalen Vorschriften sind Uran fördernde Staaten verpflichtet, dies der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) zu melden und Informationen über den Transport von Kernmaterial bereitzustellen. Dies ist zur Einhaltung der Abkommen zur Nichtverbreitung von Nukleartechnologien erforderlich. Forscher behaupten jedoch, dass im Fall der DRK ein Teil des Urans möglicherweise nicht in den offiziellen Berichten erfasst wurde.

Der Grund dafür liegt nach Ansicht der Wissenschaftler in den Besonderheiten der lokalen Lagerstätten. Die Demokratische Republik Kongo ist der weltweit größte Lieferant von Kobalt – einem Metall, das eine Schlüsselrolle bei der Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien für Elektrofahrzeuge spielt und auch in Technologien der erneuerbaren Energien zum Einsatz kommt.

In der Region des sogenannten „Kupfergürtels“, in der sich die wichtigsten Kobaltvorkommen konzentrieren, kommt dieses Element häufig zusammen mit Uran vor.

Wenn Unternehmen in dieser Region Kobalt-Erz abbauen, können sie gleichzeitig erhebliche Mengen an Uran gewinnen, da dieses mit den Kobaltvorkommen verbunden ist. Zudem befinden sich in der Nähe Gebiete, in denen früher Uran abgebaut wurde, weshalb im Erz möglicherweise noch eine hohe Uran-Konzentration vorhanden ist“, erklärte Ryan Manzuk, Forscher an der Universität Wisconsin-Madison und der Princeton University.

Ein Großteil des Urans könnte nach China gelangt sein

Wissenschaftler gehen davon aus, dass ein erheblicher Teil des Uranrohmaterials aus der DR Kongo möglicherweise nach China gelangt sein könnte. In der VR China konzentrieren sich rund 95 % der weltweiten Kapazitäten zur Kobaltverarbeitung, was das Land zum Hauptabnehmer für derartige Lieferungen macht.

Nach Schätzungen der Forscher könnte eine Menge von 2.000 bis 5.000 Tonnen Uran potenziell von großer Bedeutung sein. Unter bestimmten Umständen könnte diese Materialmenge für die Herstellung von 600 bis 1.500 Atomsprengköpfen ausreichen.

Bei einer friedlichen Nutzung könnten diese Vorräte einen Leichtwasserreaktor etwa 25 Jahre lang mit Brennstoff versorgen.

Da dieses Uran nicht offiziell deklariert wurde und seine Förderung sowie Gewinnung nicht registriert sind, unterliegt seine weitere Verwendung nicht den üblichen Beschränkungen, – erklärte Sebastian Philipp, Experte für nukleare Sicherheit und außerordentlicher Professor an der Universität Wisconsin-Madison.

Dabei gehen Wissenschaftler davon aus, dass die Situation höchstwahrscheinlich nicht auf eine absichtliche Verschleierung von Informationen zurückzuführen ist. Die Tatsache jedoch, dass solche Materialmengen ohne Einbeziehung internationaler Kontrollmechanismen transportiert wurden, gibt Anlass zur Sorge.

Die Gefahr liegt nicht nur im Export, sondern auch im Atommüll

Die Forscher warnen zudem vor möglichen Folgen für die menschliche Gesundheit. Ihren Schätzungen zufolge könnten zwischen 1.000 und 4.000 Tonnen Uran in Berghalden verblieben sein – Abfälle, die nach dem Abbau von Bodenschätzen zurückbleiben. Solche Materialien können eine Gefahr für Bergleute und die Bewohner von Ortschaften in der Nähe von Bergbaugebieten darstellen.

Die Welt steht vor einer möglichen Uranverknappung

Die Entdeckung der Wissenschaftler erfolgt vor dem Hintergrund einer steigenden Nachfrage nach Uran für die Kernenergie. Die World Nuclear Association hatte zuvor gewarnt, dass die weltweite Atomindustrie aufgrund der steigenden Anzahl von Reaktoren und des wachsenden Interesses an der Kernenergie mit einem Rohstoffmangel konfrontiert sein könnte. Den Prognosen der Organisation zufolge könnte der Uranbedarf für Kernkraftwerke bis zum Jahr 2030 um etwa ein Drittel auf 86.000 Tonnen pro Jahr steigen. Bis zum Jahr 2040 könnte die Nachfrage 150.000 Tonnen erreichen.

Gleichzeitig gehen Experten davon aus, dass die Förderung in den bestehenden Bergwerken im Zeitraum von 2030 bis 2040 erheblich zurückgehen könnte. Dies verstärkt die Notwendigkeit, neue Lagerstätten zu erschließen und ein transparenteres System zur Überwachung der weltweiten Lieferungen von Uranrohstoffen zu schaffen.

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11:00, 01.06.25
Maryna Boryspolets
Maryna Boryspolets
Elena Rasenko

Elena Rasenko schreibt über Neuigkeiten aus Wissenschaft, gesunder Lebensweise und Psychologie und teilt ihre Tipps und Tricks zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

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