Die mit dem Schnobel-Preis ausgezeichnete Methode der "rektalen Atmung" wurde erfolgreich am Menschen getestet
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Die mit dem Schnobel-Preis 2024 ausgezeichnete Studie hat sich von einer Kuriosität zu einer echten klinischen Perspektive entwickelt.
Wissenschaftler haben zum ersten Mal eine Methode der rektalen Beatmung am Menschen getestet und ihre Sicherheit bestätigt, berichtet das Cincinnati Children's Hospital Medical Centre.
Dabei handelt es sich um ein Konzept, bei dem dem Körper Sauerstoff nicht über die Lungen, sondern über den Dickdarm zugeführt wird - mit Hilfe einer speziell mit Sauerstoff angereicherten Flüssigkeit. Die Forscher nennen es enterale Beatmung. Die Idee mag absurd klingen, aber sie hat das Potenzial, bei schweren Traumata, Entzündungen oder Infektionen, bei denen eine herkömmliche Atmung nicht möglich ist, Leben zu retten.
Bei der Methode wird eine mit Sauerstoff angereicherte Perfluorkohlenstoff-Flüssigkeit in den Darm injiziert, ähnlich wie bei einem Einlauf. Der Sauerstoff wird über die Darmschleimhaut in den Blutkreislauf aufgenommen - ähnlich wie bei den Kiemen von Fischen. Inspiriert wurde das Projekt von der Brasse, die in sauerstoffarmen Gewässern überleben kann, indem sie Luft durch den Darm aufnimmt.
In der Studie wurden 27 gesunden Freiwilligen in Japan 60 Minuten lang verschiedene Mengen Perfluordecalin (die Flüssigkeit war noch nicht mit Sauerstoff angereichert) in den Körper geleitet. Zwanzig Teilnehmer vertrugen die gesamte vorgesehene Zeit, einschließlich der maximalen Menge von 1,5 Litern. Die Nebenwirkungen beschränkten sich auf Unbehagen und Blähungen im Bauchraum - es wurden keine ernsthaften Komplikationen festgestellt.
"Dies ist die erste klinische Bestätigung für die Verträglichkeit der Methode. Wir haben die Wirksamkeit bei der Sauerstoffversorgung des Blutes noch nicht untersucht, aber jetzt sind wir bereit, weiterzumachen", sagte der Projektleiter Dr. Takanori Takebe, ein Spezialist für Organoide am Cincinnati Children's Hospital und der Universität Osaka.
Die Idee ist nicht neu: Bereits in den 1980er Jahren entwickelte der Wissenschaftler Leland Clarke eine Flüssigkeit namens Oxycyte, die als Blutersatz dienen konnte. Inspiriert wurde er dabei von der berühmten Szene in dem Film The Abyss (1989), in der eine Ratte die Flüssigkeit unter Wasser "atmet".
Die aktuelle Entwicklung des Projekts stützt sich sowohl auf diese Entwicklungen als auch auf innovative Ansätze in der Zell- und Transplantationsmedizin. Ein Startup-Unternehmen EVA Therapeutics wurde bereits gegründet, um die Technologie zu vermarkten.
In Zukunft wollen die Wissenschaftler wiederholte Tests mit sauerstoffhaltiger Flüssigkeit durchführen, um die Effizienz der Sauerstoffzufuhr zum Blut zu messen. Sie erwägen auch die Möglichkeit, die Methode in der Neonatalmedizin (Neugeborenenmedizin) anzuwenden.
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Mykola Potyka verfügt über ein breites Spektrum an Kenntnissen und Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen. Mykola schreibt auf interessante Weise über Dinge, die ihn interessieren.












