Ein 600 Jahre alter Traubenkern wurde in Frankreich gefunden - es ist derselbe Pinot Noir, den man heute trinkt

In einer mittelalterlichen Toilette in Nordfrankreich wurde ein 600 Jahre alter Traubensamen gefunden. Analysen ergaben, dass es sich um dieselbe Pinot Noir-Sorte handelt, aus der heute einer der beliebtesten Weine der Welt hergestellt wird.

In Frankreich wurde ein 600 Jahre alter Traubensamen entdeckt, der sich als genetisch identisch mit der modernen Sorte Pinot Noir erwiesen hat. Das heißt, dass diese beliebte Rebsorte seit Jahrhunderten praktisch unverändert angebaut wird.

Details

Die ungewöhnliche Entdeckung wurde in einer mittelalterlichen Toilette in einem Krankenhaus aus dem 15. Jahrhundert in der Stadt Valenciennes gemacht. Damals wurden solche Orte oft als Abfallgruben genutzt, so dass die organischen Stoffe dort gut erhalten waren.

Wissenschaftler analysierten die DNA und fanden heraus, dass der gefundene Knochen mit dem modernen Pinot Noir übereinstimmt - einer der berühmtesten Rebsorten der Welt. Es lässt sich jedoch nicht mit Sicherheit sagen, ob sie damals gegessen wurde oder ob sie bereits zu Wein verarbeitet wurde.

Warum das wichtig ist

Forschungen haben ergeben, dass die Weinbauern vor Hunderten von Jahren die Methode der Vermehrung durch Stecklinge anwandten - also im Grunde dieselbe Pflanze kopierten. Dank dieser Methode hat die Sorte fast unverändert bis zum heutigen Tag überlebt.

Im Rahmen dieser Arbeit untersuchten die Wissenschaftler Dutzende von alten Traubenkernen - von der Bronzezeit bis zum Mittelalter. So konnten sie nachvollziehen, wie sich der Weinbau in Frankreich entwickelte und wie sich die verschiedenen Sorten verbreiteten.

Hintergrund

Heute ist der Pinot Noir eine der beliebtesten Rebsorten der Welt und vor allem für seine Weine aus dem Burgund bekannt. Eine neue Studie hat ergeben, dass seine Geschichte mindestens bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht.

Quelle

Nature Communications (2026), AFP