Ein Wissenschaftler hat den Mythos über den Ursprung des Geldes in Frage gestellt. Hier ist, was er herausgefunden hat
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Antike Artefakte, die in England, China und bei den Maya gefunden wurden, beweisen: Geld war von Anfang an ein Instrument staatlicher Macht und nicht das Ergebnis der Entwicklung des Marktes.
Eine neue Forschungsarbeit des amerikanischen Anthropologen Robert M. Rosenswig von der University of Albany legt nahe, den Ursprung des Geldes zu überdenken. Seine Studie, die im Journal of Economic Issues veröffentlicht wurde, argumentiert, dass die gängige Theorie, Geld sei als universelles Tauschmittel entstanden, das den Tauschhandel ersetzte, ein Mythos ist. Die tatsächlichen historischen Beweise sprechen eine andere Sprache.
Der Wissenschaftler konzentriert sich auf antike Zählstäbchen, die in verschiedenen Teilen der Welt unabhängig voneinander zur Aufzeichnung von Steuern und Verpflichtungen verwendet wurden. Man hat sie in England, China und bei den alten Maya gefunden, und überall war ihre Funktion ähnlich: Die Stöcke wurden von Regierungsbeamten benutzt, um Steuern, Abgaben oder Schulden aufzuzeichnen.
"Der Tauschhandel war nie ein Vorläufer des Geldes", argumentiert Rosenswig. - Er kam nur ausnahmsweise vor - wenn es an Geld mangelte oder bei Transaktionen zwischen Fremden. Und das Geld selbst entstand als ein durch politische Macht gestütztes System der Rechnungslegung."
Drei Beispiele für Zählstäbchen:
In England benutzten Sheriffs ab dem 12. Jahrhundert Haselnussstöcke, um den Überblick über die Steuern zu Gunsten der Staatskasse zu behalten. Einige von ihnen wurden später als Schuldscheine in Umlauf gebracht. Ein erhaltenes, 2,4 Meter langes Exemplar wies ein Darlehen von 1,2 Millionen Pfund an König Wilhelm III. aus.
In China schnitten Beamte ab dem 3. Jahrhundert v. Chr. Bambusstäbe, um den Überblick über Getreide-, Seiden- und Münzeinnahmen zu behalten. Selbst der Reisende Marco Polo erwähnte sie im 13. Jahrhundert. Ihre Langlebigkeit und Einzigartigkeit machten sie zu einer bequemen und zuverlässigen Möglichkeit, den Überblick zu behalten.
Bei den Maya (600-900 n. Chr.) spielten Knochen mit Abbildungen von Ritualen und Herrschern ebenfalls die Rolle von Zählstäben - sie wiesen auf Opfergaben von Mais, Stoff oder Arbeit hin und nicht auf Markttransaktionen.
Rosenswig betont: Alle diese Beispiele sprechen für die politische Natur des Geldes. Geld war von Anfang an ein Mittel, um Ressourcen zu mobilisieren und die Wirtschaft zu steuern - und nicht nur ein bequemer Ersatz für den Tauschhandel.
Das Geldsystem ist eine Wahl
Rosenswig zufolge sollte die Anerkennung des politischen Charakters des Geldes auch die modernen wirtschaftlichen Ansichten beeinflussen. Die Vorstellung, dass ein Staat wie ein Haushalt "mit seinen Mitteln leben" sollte, ist historisch nicht gerechtfertigt.
"Staaten geben nicht einfach aus, was sie einnehmen. Sie geben zuerst aus und verwenden dann Steuern, um die Nachfrage und die Inflation zu regulieren", sagt der Wissenschaftler.
Er stellt außerdem fest, dass das Verständnis von Geld als politisches Instrument deutlich macht, dass es mit sozialer Gerechtigkeit und der Fähigkeit, die Bürger zu unterstützen, verbunden ist, insbesondere in Zeiten wirtschaftlicher Krisen.
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Unabhängiger Forscher, der sich für Archäologie und sakrale Geografie interessiert. Er erforscht diese Themen und schreibt über sie.












