Frankreich macht TikTok für gefährlichen Sonnenbrand-Trend verantwortlich

Die französische Regierung hat sich an die nationale Medienaufsichtsbehörde Arcom gewandt und sich über einen weiteren gefährlichen Trend auf TikTok beschwert, bei dem es darum geht, sich in Form von klaren Linien von der Kleidung bräunen zu lassen - die sogenannten "burn lines" oder "strapless tan". Dies wird von POLITICO berichtet.

Immer mehr junge TikTok-Nutzer, vor allem Mädchen, posten Videos mit Empfehlungen, wie man eine Bräune bekommt, die ausgeprägte Linien hinterlässt - oft durch längere und ungeschützte Sonneneinstrahlung. Die französischen Behörden sind der Meinung, dass solche Inhalte schädliches Verhalten fördern und ein ernstes Gesundheitsrisiko für die Nutzer darstellen könnten.

Gesundheitsminister Yanick Nöder und die Ministerin für Digitales, Clara Chappa, haben am Freitag ein offizielles Schreiben an Arcom geschickt, in dem sie die Regulierungsbehörde auffordern, Maßnahmen zu ergreifen. In dem Brief wird betont, dass sich solche Inhalte immer weiter verbreiten und vor allem bei Minderjährigen gesundheitsschädlich sein können.

Die Beamten fordern Arcom auf, in Abstimmung mit der Europäischen Kommission zu handeln, die für die Durchsetzung der neuen Regeln zur Inhaltsmoderation für große Plattformen im Rahmen des Digital Services Act (DSA) verantwortlich ist. Nach diesen Regeln sind die Plattformen verpflichtet:

  • minderjährige vor schädlichen Inhalten zu schützen,

  • systemische Risiken zu bewerten und abzumildern,

  • transparent zu machen, wie ihre Algorithmen funktionieren.

In dem Schreiben wird Arcom außerdem aufgefordert, ein offizielles Dossier über den Vorfall zusammenzustellen und es gegebenenfalls an die zuständigen Strukturen der Europäischen Kommission zur Untersuchung weiterzuleiten.

Dies ist nicht das erste Mal, dass die französischen Behörden in die Inhaltspolitik von TikTok eingreifen. Im April hatte Minister Chappa bereits eine Intervention gegen einen anderen gefährlichen Trend auf der Plattform, "SkinnyTok", eingeleitet, der den Kult der übermäßigen Schlankheit förderte und potenziell zur Entwicklung von Essstörungen beitrug. Unter dem Druck der Regulierungsbehörden entfernte TikTok daraufhin den Hashtag #SkinnyTok.

Die Europäische Kommission verstärkte daraufhin die Überwachung von TikTok im Rahmen einer Untersuchung möglicher Verstöße gegen den DSA. Der aktuelle Vorfall mit den "Bräunungs"-Videos könnte zu ähnlichen Konsequenzen führen.

Weder Vertreter von Arcom noch von TikTok haben sich gegenüber POLITICO geäußert.