Kollagen in Pillen: hilft es der Haut?

Kollagenpräparate sind zu einem beliebten Mittel geworden, das angeblich die Haut verjüngen und ihre Elastizität und Feuchtigkeit verbessern kann.

Laut Farah Mustafa, Dermatologin und Professorin an der Tufts University School of Medicine (USA), sind die wissenschaftlichen Belege für den Nutzen solcher Präparate jedoch widersprüchlich und oft fragwürdig, berichtet Medicalxpress.

"Orale Kollagenpräparate werden noch nicht als Behandlung für altersbedingte Hautveränderungen empfohlen. Sie können nur als Ergänzung zu anderen, besser untersuchten und wirksameren Methoden betrachtet werden", bemerkt Dr. Mustafa.

Kollagen und Haut: Was ist der Sinn?

Kollagen ist ein Protein, das in allen Geweben des Körpers vorkommt: Haut, Muskeln, Knochen und Bänder. Wenn wir älter werden, verlangsamt sich seine Produktion, was zu Falten, Verlust der Hautelastizität und Gelenkschmerzen führt. In diesem Zusammenhang ist der Markt mit Nahrungsergänzungsmitteln überschwemmt worden, die versprechen, den Kollagenmangel auszugleichen.

Wie der Experte jedoch betont, erfolgt die Aufnahme dieses Proteins nicht direkt. Kollagen wird im Körper zunächst in Aminosäuren aufgespalten, und es ist keineswegs sicher, dass es genau dort ankommt, wo es fehlt - in der Haut oder in den Gelenken.

Was sagt die Forschung?

Laut Mustafa gibt es Studien, die die positiven Auswirkungen von hydrolysiertem Kollagen auf die Hydratation und Elastizität der Haut belegen. Aber die Ergebnisse sind alles andere als eindeutig. Eine kürzlich durchgeführte Meta-Analyse von 23 randomisierten, kontrollierten Studien ergab, dass positive Wirkungen häufiger in minderwertigen, von der Pharmaindustrie finanzierten Studien beobachtet wurden. Qualitativ hochwertigere und unabhängige Studien fanden hingegen keinen signifikanten Nutzen der Kollagenergänzung.

Mögliche Risiken und Einschränkungen

Abgesehen von der fragwürdigen Wirksamkeit können orale Kollagenpräparate auch potenzielle Risiken bergen. Produkte marinen Ursprungs können beispielsweise Methylquecksilber enthalten, eine giftige Verbindung, die sich im Körper anreichert.

Darüber hinaus werden Nahrungsergänzungsmittel vor ihrer Markteinführung nicht zwingend auf ihre Sicherheit und Wirksamkeit geprüft. Wie die American Academy of Dermatology feststellt, sind die meisten Kollagenpräparate nicht durch Dritte zertifiziert und geben keine genauen Informationen über ihre Zusammensetzung.

Was hilft wirklich, die Haut zu erhalten?

Dr. Mustafa betont, dass unser Körper in der Lage ist, sein eigenes Kollagen zu produzieren - vorausgesetzt, wir ernähren uns ausgewogen. Zu diesem Zweck müssen wir ausreichend Proteine und Lebensmittel zu uns nehmen, die reich an Vitamin C sind: Erdbeeren, Kiwi, Paprika und Zitrusfrüchte.

Gewohnheiten, die den Abbau von Kollagen verhindern, sind ebenfalls wichtig:

  • die tägliche Verwendung von Sonnenschutzmitteln;

  • die Verwendung von Produkten mit Retinol oder Retinoiden;

  • vollständiger Verzicht auf das Rauchen.