Medwedew räumt Möglichkeit von Angriffen auf Kernkraftwerke der Ukraine und der NATO-Staaten ein

RossSMI

Dmitrij Medwedew hat Drohungen gegen die Ukraine und die NATO-Länder ausgesprochen und von möglichen Angriffen auf Atomkraftwerke als Reaktion auf den Zwischenfall im Atomkraftwerk Saporischschja gesprochen. Die Ukraine bezeichnete diese Äußerungen als Informationskampagne und wies die Anschuldigungen Russlands zurück.

Der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates, Dmitrij Medwedew, hat neue Drohungen gegen die Ukraine und die NATO-Länder ausgesprochen, nachdem die russische Seite einen angeblichen Drohnenangriff auf das besetzte Atomkraftwerk Saporischschja gemeldet hatte. Anlass waren Äußerungen des Chefs von Rosatom, Aleksey Likhachev, über Schäden im Maschinenraum des Blocks Nr. 6 des Kraftwerks.

Nach Angaben der russischen Seite wurde durch den Drohnenangriff eine der Infrastruktureinrichtungen des KKW Saporischschja beschädigt, das sich unter russischer Besatzung befindet.

Medvedevs Erklärungen

Vor diesem Hintergrund erklärte Medwedew, dass mögliche Angriffe auf die Kernkraftindustrie zu Folgen in der Größenordnung der Katastrophe von Tschernobyl führen könnten. Er sprach auch Drohungen gegen die Ukraine und NATO-Länder aus.

Ihm zufolge könnte die Reaktion auf solche Vorfälle sein:

  • symmetrische Angriffe auf ukrainische Atomkraftwerke;
  • angriffe auf Atomkraftwerke von NATO-Ländern, die, wie er behauptete, in den Konflikt verwickelt sind.

Das ukrainische Außenministerium wies die Erklärungen der russischen Seite zurück und bezeichnete sie als Informationskampagne am Vorabend der Sitzung des Gouverneursrates der IAEO. Das Ministerium betonte, die Anschuldigungen entbehrten jeder Logik, da die Ukraine nicht an Angriffen auf ihre eigene nukleare Infrastruktur interessiert sei.

Die ukrainische Seite erklärte, dass die eigentliche Bedrohung für die Sicherheit des Kernkraftwerks die Besetzung und der eingeschränkte Zugang internationaler Inspektoren sei. Die ukrainischen Verteidigungskräfte und der Nationale Sicherheits- und Verteidigungsrat wiesen die Anschuldigungen ebenfalls zurück und bezeichneten sie als Versuch, von Russlands Aktionen rund um das Kraftwerk abzulenken.