Schweine- und Wildschwein-Hybriden überraschen Wissenschaftler nach Atomkraftwerk-Unfall
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Nach dem Unfall in Fukushima Daiichi im Jahr 2011 liefen einige Hausschweine frei herum: Aufgrund der Evakuierung der Menschen verließen die Tiere ihre Höfe und lebten nun auf verlassenen Feldern und in Wäldern. Dort haben sie sich mit Wildschweinen gekreuzt. Diese Situation war ein seltenes Beispiel für eine groß angelegte Hybridisierung, bei der es fast keine wiederholte "Fütterung" durch den Menschen gab - und gab den Wissenschaftlern die Möglichkeit, zu verfolgen, wie sich die Populationsgenetik in Echtzeit verändert.
Das Team unter der Leitung von Professor Shingo Kaneko (Universität Fukushima) kam zu einem unerwarteten Ergebnis: Die mütterliche Linie des Hausschweins fixierte die "Schweine"-Vermischung nicht, sondern beschleunigte stattdessen den Generationenwechsel - und dadurch ging der Anteil der Hausschwein-Gene in den Hybriden schneller zurück. Die Studie wird online im Journal of Forest Research am 22. Januar 2026 veröffentlicht.
Die Erklärung ist folgende. Hausschweine neigen dazu, sich häufiger zu vermehren und können das ganze Jahr über Nachkommen produzieren, während Wildschweine dazu neigen, sich saisonal zu vermehren - etwa einmal im Jahr. Den Autoren zufolge wurde der "schnelle" Fortpflanzungsmodus über die mütterliche Linie an die Nachkommen weitergegeben. Infolgedessen vollzog sich der Generationswechsel bei einigen der Hybriden schneller, und bei wiederholten Kreuzungen mit Wildschweinen kam es zu einer beschleunigten "Verdünnung" der Schweinegene in der Kern-DNA.
Um die Hypothese zu testen, verglichen die Forscher die mitochondriale DNA (sie wird von der Mutter vererbt) und die nuklearen genetischen Marker. Sie untersuchten Proben von 191 Wildschweinen und 10 Hausschweinen, die zwischen 2015 und 2018 gesammelt wurden, und verwendeten populationsgenetische Modelle, um abzuschätzen, wie viele Generationen seit Beginn der Hybridisierung vergangen waren und wie viel "häusliche" Abstammung erhalten geblieben war.
Das Ergebnis war kontraintuitiv: Tiere, die Mitochondrien von Hausschweinen trugen (d.h. eine "Schweinemutter" in ihrem Stammbaum hatten), hatten einen geringeren Anteil an Kerngenen von Schweinen als Hybriden mit einer Wildschwein-Mutterlinie. Bei vielen der Individuen mit einer "Schweine"-Mutterlinie sahen die Wissenschaftler Anzeichen dafür, dass sie bereits mehr als fünf Generationen von der ursprünglichen Kreuzung entfernt waren - ein Hinweis auf einen ungewöhnlich schnellen Generationenwechsel.
Die Autoren betonen, dass die Bedingungen in Fukushima außergewöhnlich waren: Ein starker Rückgang der menschlichen Aktivitäten half den Wildschweinen, ihre Zahl und ihr Verbreitungsgebiet rasch zu vergrößern, und die "beschleunigte mütterliche Fortpflanzung" könnte die Geschwindigkeit der genetischen Veränderung weiter beeinflusst haben. Die Forscher glauben jedoch, dass dieser Mechanismus auch in anderen Ländern zum Tragen kommen könnte - überall dort, wo sich die Wege von Wildschweinen und Wildtieren kreuzen.
Dies ist wichtig für die Dienste, die sich mit invasiven Populationen befassen: Wenn man die Rolle der mütterlichen Linien versteht, kann man das Risiko eines "explosiven" Wachstums besser vorhersagen und Prioritäten bei der Bekämpfung setzen.
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Mykola Potyka verfügt über ein breites Spektrum an Kenntnissen und Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen. Mykola schreibt auf interessante Weise über Dinge, die ihn interessieren.












