Unregelmäßige Mahlzeiten werden mit einem erhöhten Risiko für Depressionen in Verbindung gebracht

Erwachsene mit unregelmäßigen Hauptmahlzeiten hatten ein höheres Risiko für Depressionen als diejenigen, die regelmäßig aßen. Credit: Kritsana (Kid) Takhai für Pexels.

Das Frühstück ausfallen zu lassen, das Mittagessen unterwegs zu essen oder das Abendessen spät am Abend einzunehmen, scheint ein normaler Bestandteil eines vollen Terminkalenders zu sein. Eine neue Studie zeigt jedoch, dass unregelmäßige Mahlzeiten nicht nur mit dem körperlichen, sondern auch mit dem geistigen Wohlbefinden zusammenhängen können.

Wissenschaftler analysierten Daten von mehr als 21.000 Erwachsenen in Südkorea und fanden heraus, dass Menschen, die unregelmäßige Hauptmahlzeiten zu sich nahmen, eher depressive Symptome aufwiesen. Das Risiko war etwa 1,55 Mal höher als bei denjenigen, die regelmäßig aßen.

Wichtig: Die Studie beweist nicht, dass das Auslassen des Frühstücks oder des Mittagessens selbst eine Depression verursacht. Depressionen sind ein komplexer Zustand, der durch Stress, Schlaf, Gesundheit, Einkommen, Arbeit, soziale Unterstützung und andere Faktoren beeinflusst wird. Aber die Ernährung könnte ein Element sein, das mit diesem Risiko verbunden ist.

Details

Die Forscher verwendeten Daten aus der KNHANES National Health and Nutrition Examination Survey 2014-2022. Die Stichprobe umfasste 21.568 Erwachsene im Alter von 19 Jahren und älter.

Die Forscher untersuchten, wie oft die Teilnehmer die drei Hauptmahlzeiten aßen: Frühstück, Mittagessen und Abendessen. Wenn eine Person eine dieser Mahlzeiten weniger als fünfmal pro Woche zu sich nahm, wurde sie als unregelmäßig betrachtet.

Die Depressionssymptome wurden anhand des standardisierten PHQ-9-Fragebogens bewertet. Dies ist ein gängiges Instrument, das hilft, Anzeichen einer Depression zu erkennen.

Die Ergebnisse zeigten: Je unregelmäßiger die Mahlzeiten waren, desto höher war die Wahrscheinlichkeit, dass sie depressive Symptome aufwiesen. Der Zusammenhang war besonders auffällig bei Männern, Rauchern und Menschen, die häufig spät abends oder nachts aßen.

Unabhängig davon untersuchten die Forscher auch die Qualität der Ernährung. Es stellte sich heraus, dass eine abwechslungsreiche Ernährung den Zusammenhang zwischen unregelmäßigen Mahlzeiten und depressiven Symptomen teilweise abschwächen kann. Wir sprechen hier von einer Ernährung mit verschiedenen Lebensmittelgruppen: Gemüse, Obst, Getreide, Hülsenfrüchte und Nüsse, Fleisch oder andere Eiweißquellen und Milchprodukte.

Warum das so wichtig ist

Das Gehirn braucht Energie und Nährstoffe. Es macht zwar nur einen kleinen Teil des Körpergewichts aus, verbraucht aber eine Menge Energie. Daher können plötzliche Störungen im Essverhalten, ständiges Auslassen von Mahlzeiten und schlechte Ernährung mit dem Wohlbefinden, dem Energielevel und der Stimmung in Verbindung gebracht werden.

Aber es ist wichtig, hier keine zu einfachen Schlüsse zu ziehen. Sie können nicht sagen: "Wenn Sie das Frühstück auslassen, werden Sie depressiv". Auch der umgekehrte Fall ist möglich: Eine Person mit depressiven Symptomen lässt aufgrund von Müdigkeit, vermindertem Appetit, gestörtem Schlaf oder einem allgemeinen Zusammenbruch der Routine häufiger Mahlzeiten aus.

Die praktische Schlussfolgerung ist milder: regelmäßige Mahlzeiten und eine abwechslungsreichere Ernährung können ein einfaches Element der psychischen Gesundheitspflege sein. Es ist kein Ersatz für eine Behandlung oder universelle Prävention, aber es ist eine potenziell wichtige Gewohnheit.

Hintergrund

Der Zusammenhang zwischen Ernährung und psychischer Gesundheit wird zunehmend untersucht. Dabei geht es nicht nur um bestimmte Lebensmittel, sondern auch um Routinen: wann eine Person isst, wie konsequent sie isst, ob sie das Frühstück auslässt, ob es verschiedene Lebensmittelgruppen in ihrer Ernährung gibt.

Frühere Studien haben das Auslassen des Frühstücks bereits mit einem höheren Risiko für depressive Symptome in Verbindung gebracht, obwohl die Ergebnisse je nach Land und Gruppe variieren können. Die neue Arbeit ergänzt dieses umfassendere Bild: Es kommt nicht nur auf das Frühstück an, sondern auch auf die allgemeine Regelmäßigkeit der Hauptmahlzeiten.

Die Autoren betonen jedoch, dass weitere Forschung erforderlich ist, um den Mechanismus dieses Zusammenhangs besser zu verstehen. Zum Beispiel, ob unregelmäßige Mahlzeiten das Energieniveau, die Schlafqualität, den zirkadianen Rhythmus, Entzündungsprozesse, die Darmmikrobiota oder andere Faktoren beeinflussen.

Quelle

Hyejin Tae et al, "Irregular meal frequency and depressive symptoms: Moderating roles of dietary diversity and breakfast skipping", Journal of Affective Disorders, 2026.