Warum Sie nach dem Sport keinen Hunger verspüren: eine neue Erklärung von Wissenschaftlern
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Sport hilft Ihnen nicht nur beim Abnehmen, indem er Kalorien verbrennt.
Forscher des Baylor College of Medicine haben einen weiteren Mechanismus entdeckt: Bei körperlicher Aktivität produziert der Körper die Verbindung Lac-Phe, die den Appetit reduziert. Die Ergebnisse der Studie werden in der Zeitschrift Nature Metabolism veröffentlicht.
Die Autoren der Arbeit betonen, dass körperliche Aktivität traditionell als wirksames Mittel zur Bekämpfung von Übergewicht und fettleibigkeitsbedingten Krankheiten, einschließlich Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, angesehen wird. Es ist jedoch noch nicht vollständig geklärt, welche biologischen Prozesse für diesen Effekt verantwortlich sind.
"Wir wussten, dass Sport den Lac-Phe-Spiegel im Blut erhöht - wir haben dies bei Mäusen, Menschen und sogar Rennpferden beobachtet. Aber bis jetzt war nicht klar, wie genau diese Verbindung den Appetit beeinflusst", sagt Dr. Yang He, einer der Hauptautoren der Studie.
In früheren Experimenten haben Wissenschaftler bereits gezeigt, dass die Verabreichung von Lac-Phe die Nahrungsaufnahme bei fettleibigen Mäusen reduziert und die Gewichtsabnahme ohne nachteilige Auswirkungen fördert. Die neue Studie wirft ein Licht auf die genaue Wirkungsweise dieser Substanz.
Sie konzentrierte sich auf zwei Gruppen von Neuronen im Hypothalamus, dem Bereich des Gehirns, der für Hunger und Sättigung verantwortlich ist. Dabei handelt es sich um AgRP-Neuronen, die den Hunger anregen, und PVH-Neuronen, die den Appetit unterdrücken. Normalerweise "hemmen" die AgRP-Neuronen die Aktivität der PVH-Neuronen. Wenn Lac-Phe ausgesetzt wird, geschieht jedoch das Gegenteil: Die Aktivität der AgRP-Neuronen nimmt ab, während die PVH-Neuronen im Gegenteil aktiviert werden - infolgedessen essen die Tiere weniger.
"Wir fanden heraus, dass Lac-Phe über Kaliumkanäle (KATP) auf der Oberfläche der AgRP-Neuronen wirkt. Wenn Lac-Phe diese Kanäle aktiviert, sterben die Neuronen ab. Und wenn die Kanäle blockiert werden, verliert Lac-Phe seine Fähigkeit, den Appetit zu unterdrücken", erklärt er.
Das Verhalten der Mäuse blieb während der Experimente normal, was darauf hindeutet, dass es keine Nebenwirkungen gab. Diese Entdeckung gibt Hoffnung auf neue Behandlungsmöglichkeiten für Fettleibigkeit, die auf natürlichen biochemischen Prozessen beruhen.
"Dies ist eine wichtige Entdeckung: Wir sehen, wie ein Molekül, das der Körper während des Trainings produziert, direkt den Bereich des Gehirns beeinflusst, der für den Hunger verantwortlich ist", betont Dr. Jonathan Long von der Stanford University.
Obwohl die Studie an Mäusen durchgeführt wurde, sind die Autoren zuversichtlich, dass ihre Arbeit auch Auswirkungen auf den Menschen haben könnte. In Zukunft wollen sie das Verhalten von Lac-Phe bei verschiedenen Stoffwechselzuständen (z.B. Fettleibigkeit und Normalgewicht) untersuchen sowie herausfinden, wie die Substanz ins Gehirn gelangt und wie sicher es wäre, sie in der Therapie einzusetzen.
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Mykola Potyka verfügt über ein breites Spektrum an Kenntnissen und Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen. Mykola schreibt auf interessante Weise über Dinge, die ihn interessieren.












