Warum wächst unser Haar? Eine neue Studie liefert eine schockierende Antwort
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Wissenschaftler revidieren die Grundlagen der Trichologie: Das Haar wächst nicht durch Zellteilung an der Wurzel, sondern durch einen "ziehenden" Mechanismus in der Follikelscheide.
Wissenschaftler haben entdeckt, dass das menschliche Haar nicht wächst, weil es von sich teilenden Zellen am Boden des Follikels "herausgedrückt" wird. Vielmehr wird das Haar durch Kräfte, die mit sich bewegenden Zellen in den äußeren Schichten der Wurzel verbunden sind, aktiv nach oben gezogen. Diese Erkenntnisse stellen jahrzehntelange Biologie-Lehrbücher in Frage und könnten die Ansätze zur Erforschung von Haarausfall und Nachwachsen der Haare verändern.
Die Studie wurde vom L'Oréal Research & Innovation Team in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Queen Mary University of London durchgeführt und in der Zeitschrift Nature Communications veröffentlicht.
Wie der "Zug"-Mechanismus des Haarwachstums funktioniert
Das Team verwendete modernste 3D-Mikroskopie in Echtzeit, um das Verhalten einzelner Zellen in lebenden menschlichen Haarfollikeln zu verfolgen, die in Kultur gehalten wurden.
Es stellte sich heraus, dass:
die Zellen in der äußeren Wurzelscheide (die Schicht, die den Haarschaft umgibt) bewegen sich in einer spiralförmigen Abwärtsbewegung;
in diesem Bereich entsteht die Kraft, die das Haar nach oben zieht, als ob ein winziger Motor aus lebenden Zellen um den Schaft herum arbeitet;
das heißt, das Haar wird nicht, wie bisher angenommen, durch sich teilende Zellen aus dem Follikel herausgepresst, sondern durch die koordinierten mechanischen Kräfte des umgebenden Gewebes angehoben.
"Unsere Ergebnisse zeigen eine erstaunliche 'Choreographie' innerhalb des Follikels", sagt Dr. Ines Sequeira, eine der Hauptautoren der Studie. - Jahrzehntelang dachte man, dass das Haar durch sich teilende Zellen in der Haarzwiebel wächst, die es nach außen drücken. Wir haben herausgefunden, dass es tatsächlich von den umgebenden Geweben aktiv nach oben gezogen wird und fast wie ein Mikromotor funktioniert."
Was passiert, wenn man die Zellteilung stoppt
Um die Hypothese zu testen, haben die Forscher:
sieblockierten die Zellteilung innerhalb des Follikels - das Haarwachstum sollte aufhören;
aber das Wachstum setzte sich mit fast der gleichen Geschwindigkeit fort;
als die Wissenschaftler jedoch in das Aktin eingriffen - ein Protein, das für die Zellkontraktion und -bewegung benötigt wird - sank die Haarwuchsrate um mehr als 80 Prozent.
Die Computermodellierung zeigte, dass die Zugkraft, die mit der koordinierten Bewegung der Zellen in den äußeren Schichten des Follikels verbunden ist, notwendig ist, um die tatsächliche Geschwindigkeit des Haarwachstums zu erklären.
"Statische Bilder liefern nur isolierte Momente", erklärt der Erstautor der Studie, Dr. Nicolas Tissot von der Abteilung Advanced Research von L'Oréal. - Die 3D-Zeitraffermikroskopie ermöglicht es uns, die Dynamik zu sehen: wer sich wo bewegt und mit welcher Geschwindigkeit sich die Zellen teilen. Das hat uns die Möglichkeit gegeben, die lokal auftretenden Kräfte zu modellieren."
Eine neue Perspektive auf Haarausfall und Regeneration
Co-Autor Dr. Thomas Bornschlögl bemerkt:
"Wir wissen jetzt, dass das Haarwachstum nicht nur durch die Zellteilung bestimmt wird. Die äußere Wurzelscheide zieht das Haar aktiv nach oben. Diese Überarbeitung der Mechanik des Follikels eröffnet neue Möglichkeiten für die Untersuchung von Haarkrankheiten, die Prüfung von Medikamenten und die Entwicklung von Tissue Engineering und regenerativer Medizin."
Obwohl die Arbeit an im Labor gezüchteten Follikeln durchgeführt wurde, liefert sie wichtige Anhaltspunkte für:
die Entwicklung neuer Behandlungen für Kahlheit,
die Entwicklung von Behandlungen, die nicht nur die Biochemie, sondern auch die mechanischen Kräfte innerhalb des Follikels berücksichtigen,
das Testen von Medikamenten an lebenden Follikeln dank neuer bildgebender Verfahren.
Die Autoren betonen: Die Studie demonstriert die wachsende Rolle der Biophysik in der Biologie - auf der Mikroebene kann die Gewebemechanik bestimmen, wie vertraute Organe wie das Haar funktionieren.
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Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.












