Wie man gesundes Arbeitsengagement von Arbeitssucht unterscheidet
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Ist es gut oder schlecht, sich der Arbeit zu widmen? Wissenschaftler haben herausgefunden, wo die Grenze zwischen Engagement und Burnout verläuft.
Moderne Technologie, Telearbeit und ständige Erreichbarkeit haben die Grenzen zwischen Privatleben und Arbeit verwischt. Viele Menschen verbringen mehr Zeit vor dem Bildschirm, fühlen sich verpflichtet, "auf Abruf" zu sein und ihre Produktivität zu beweisen. Aber was bedeutet das auf lange Sicht?
Details: Marie-Colombe Afota et al, Workaholism, work engagement, and affective commitment: relationships to self-concept levels and work outcomes, Frontiers in Psychology (2025). DOI: 10.3389/fpsyg.2024.1434482
Forscher der Universität Montreal, der HEC Montréal und der Universität Toulouse untersuchten, wie das Selbstkonzept einer Person ihre Einstellung zur Arbeit und ihre psychische Gesundheit beeinflusst. Sie verfolgten 544 französische Absolventen von Wirtschaftshochschulen acht Monate lang und stellten drei Arten von "Arbeitsverbundenheit" fest: Arbeitssucht, Arbeitsengagement und emotionale Bindung an das Unternehmen.
Arbeitssucht ist nicht nur viel Arbeit. Es ist ein Zustand, in dem eine Person inneren Druck verspürt, zwanghaft an Arbeitsaufgaben denkt und nicht "abschalten" kann.
Engagement bei der Arbeit ist ein positiver Zustand, in dem eine Person begeistert und konzentriert ihre Arbeit macht.
Emotionale Bindung an das Unternehmen bedeutet, dass der Mitarbeiter sich wirklich als Teil des Unternehmens fühlt und dort bleiben möchte.
Interessanterweise zeigen Menschen, die sich über die Zugehörigkeit zu einer Gruppe (wie einem Team oder einer gemeinsamen Mission) definieren, mit größerer Wahrscheinlichkeit alle drei Arten von Engagement. Individualisten hingegen neigen eher zum Workaholismus - nicht, weil sie ihre Arbeit lieben, sondern aus dem Wunsch heraus, sich selbst und anderen ihren Wert zu beweisen.
Das Problem ist, dass die Arbeitssucht nicht aufhört. Sie wird zum Selbstzweck und führt zu emotionaler Erschöpfung", erklärt Studienautorin Marie-Colomb Afota.
Die Daten zeigen: Workaholics leiden eher unter Müdigkeit, Überarbeitung und Depressionen. Im Gegenteil, eine Beschäftigung mit der Arbeit ohne Besessenheit hilft, Burnout zu vermeiden und erhöht sogar das allgemeine psychische Wohlbefinden.
Die Autoren betonen: Es ist wichtig, zwischen Quantität und Qualität zu unterscheiden. Viel zu arbeiten bedeutet nicht immer, gut zu arbeiten. Besonders gefährlich ist die "immer verfügbar sein"-Haltung, die mit der Entwicklung der digitalen Technologien in vielen Organisationen Fuß gefasst hat.
Nach verschiedenen Schätzungen sind etwa 14% der Arbeitnehmer Workaholics. Angesichts der Verschmelzung von Privat- und Arbeitsleben wird dies zu einem ernsten gesellschaftlichen Problem.
Die Autoren der Studie fordern die Arbeitgeber auf, nicht nur auf die KPIs, sondern auch auf die Gesundheit der Mitarbeiter zu achten.
Unternehmen sollten keine Dauerbeschäftigung fördern, sondern eine Kultur entwickeln, die ein vernünftiges Gleichgewicht schätzt", sagt Afota.
Manager sollten lernen, die Anzeichen von Workaholismus zu erkennen und ein positives Engagement zu fördern - ein Engagement, das Energie spendet und nicht auslaugt. Schließlich ist die Kunst, engagiert zu bleiben, ohne sich selbst zu verlieren, wichtiger denn je.
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Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.












