Wissenschaftler haben erklärt, warum Sie Kopfschmerzen bekommen und was Sie dagegen tun können

Kopfschmerzen sind eines der häufigsten Leiden der Welt, aber nicht alle Schmerzen sind gleich.

Für manche ist es nur eine kurzfristige Unannehmlichkeit, aber für andere ist es ein ernstes und sogar schwächendes Problem, das das Leben für Tage und Wochen beeinträchtigt. Wie unterscheidet man zwischen gewöhnlicher Anspannung und Migräne? Und welche Behandlungen sind heute am wirksamsten?

Die Antworten werden von Experten des National Institute of Health der Vereinigten Staaten gegeben, berichtet die Publikation HealthDay.

Arten von Kopfschmerzen: von Stress bis zu schweren Krankheiten

Die häufigste Form ist der Spannungskopfschmerz. Er wird meist durch Stress, Schlafmangel, Dehydrierung oder eine schlechte Körperhaltung verursacht. Diese Schmerzen treten in der Regel auf beiden Seiten des Kopfes auf und sind von leichter bis mittlerer Intensität.

Eine viel schwerere Form ist die Migräne. Dabei handelt es sich nicht nur um Kopfschmerzen, sondern um eine komplexe neurologische Erkrankung, bei der es zu folgenden Symptomen kommen kann:

  • starke pochende Schmerzen auf einer oder beiden Seiten des Kopfes;

  • übelkeit und Erbrechen;

  • empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und Gerüchen;

  • müdigkeit und Stimmungsschwankungen.

"Bei einer Migräne ist es, als hätte das Nervensystem die Empfindlichkeitsregler auf Maximum gestellt", erklärt Dr. C.S. Brennan von der University of Utah.

Es gibt noch andere Formen von Kopfschmerzen:

  • clusterkopfschmerzen - plötzlich auftretende, extrem schmerzhafte Kopfschmerzen, die oft in einer Serie auftreten;

  • posttraumatisch - tritt nach einer Gehirnerschütterung oder Kopfverletzung auf;

  • sekundär - verursacht durch andere Erkrankungen wie Schlaganfall, Infektion oder Bluthochdruck.

Was hilft und was kann schaden

Zur Vorbeugung empfehlen Experten einfache Schritte:

  • trinken Sie ausreichend Wasser;

  • ausreichend Schlaf zu bekommen;

  • bewältigen Sie Stress;

  • behalten Sie mögliche Auslöser im Auge.

Dr. Michael Oshinsky vom NIH rät, ein Kopfschmerztagebuch zu führen: "Schreiben Sie einen Monat lang auf, wann und wie lange Sie die Schmerzen hatten, was geholfen hat und was nicht. Das wird Ihnen und Ihrem Arzt wichtige Informationen liefern."

Schmerzmittel können wirksam sein, aber bei häufiger Einnahme (mehr als 3-4 Mal pro Woche) besteht die Gefahr eines "Kickback"-Effekts: Sobald das Medikament abgesetzt wird, können die Schmerzen wieder stärker werden.

Neue Ansätze: von Medikamenten bis zur Psychotherapie

Zur Behandlung der chronischen Migräne verschreiben Ärzte präventive Therapien, z. B. Medikamente, die auf CGRP einwirken, ein Protein, das an der Übertragung von Schmerzsignalen beteiligt ist. Obwohl solche Medikamente nicht bei jedem wirken, werden sie immer beliebter.

Wissenschaftler untersuchen auch, wie Glutamat, eine Substanz, die am Neurofeedback beteiligt ist, die Migräne beeinflusst. Wenn wir verstehen, wo und unter welchen Bedingungen seine abnorme Aktivität auftritt, können wir präzisere Behandlungen entwickeln, so Brennan.

Es sind jedoch nicht nur Medikamente, die wirksam sein können. Hadas Nachman-Awebruch von der Washington University in St. Louis zufolge kann eine kognitive Verhaltenstherapie (CBT) die Gehirnaktivität auf ähnliche Weise verändern wie Medikamente. Auch Achtsamkeit und Biofeedback können helfen.

Kopfschmerzen bei Kindern und Teenagern

Auch Kinder leiden unter Kopfschmerzen. Bei Kleinkindern kann sich die Migräne durch Bauchschmerzen äußern. Bei Jugendlichen treten die Attacken häufig während der hormonellen Umstellung auf, insbesondere bei Mädchen.

Das Team von Nachman-Awebruch erforscht die Auswirkung von Hormonen auf Schmerzen und entwickelt Methoden, um vorherzusagen, welche Teenager am anfälligsten für Migräne sind.

"Wenn wir im Voraus erkennen können, wer gefährdet ist, haben wir eine Chance, die Entstehung von Migräne zu verhindern", erklärt sie.