Wissenschaftler vermuten Leben unter der Oberfläche des Mars

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Die NASA hat mögliche Anzeichen von Leben unter der Oberfläche des Mars entdeckt
19:00, 07.10.2025


Auf dem Mars wurden erneut ungewöhnliche Strukturen entdeckt, die auf die Anwesenheit von altem oder sogar modernem Leben hinweisen könnten, schreibt The Conversation.

Die Rede ist von den mysteriösen mineralischen Mustern, die in den Tonsteinen des Kraters Jezero - dem Landeplatz des Rover Perseverance - gefunden wurden. Diese Formationen, die "Leopardenflecken" ähneln, haben aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit mikrobiellen Spuren auf der Erde das Interesse der Wissenschaftler geweckt.

Auch wenn es noch keine eindeutigen Beweise für Leben gibt, haben die neuen Erkenntnisse die wissenschaftliche Debatte darüber verschärft, ob Leben auf dem Mars entstanden sein könnte - und ob es bis heute überdauert haben könnte.

In der Frühzeit seiner Geschichte war der Mars der Erde ähnlich: Er verfügte über flüssiges Wasser, eine dichte Atmosphäre und ein Magnetfeld, das ihn vor kosmischer Strahlung schützte. All diese Bedingungen könnten für die Entstehung von Leben förderlich gewesen sein. Mit der Zeit verlor der Planet jedoch sein Magnetfeld, seine Atmosphäre wurde dünner und seine Oberfläche wurde kalt und trocken.

Daher glauben moderne Wissenschaftler, dass das Leben, wenn es denn überlebt hat, nicht auf der Oberfläche, sondern in geschützten Zonen stattfand - unter der Erde, im Eis oder in Höhlen.

Die größte Hoffnung ruht auf dem Untergrund des Mars. Ähnlich wie auf der Erde könnten die Tiefen des Planeten von Mikroben bewohnt sein, die durch chemische Reaktionen im Gestein leben. Auf der Erde werden solche Organismen Lithoautotrophe genannt - sie ernähren sich von Mineralien und können ohne Licht existieren.

Interessanterweise wurden auf dem Mars bereits Emissionen von Methangas festgestellt, das möglicherweise ein Nebenprodukt solcher Organismen ist. Ein geologischer Ursprung des Methans kann jedoch noch nicht ausgeschlossen werden.

Die Oberfläche des Mars ist zu rau für Leben - Strahlung, extreme Temperaturen und Wassermangel machen ein Überleben unmöglich. Aber die unterirdischen Schichten könnten stabiler und wärmer sein, vor allem wenn es dort flüssiges Wasser gibt.

Die zukünftige Mission der Europäischen Weltraumorganisation, der Rosalind Franklin Rover, wird mit einem Bohrer ausgestattet sein, der bis zu zwei Meter tief gehen kann. Dies wird die Möglichkeit bieten, zum ersten Mal die nahe Oberfläche des Mars zu erforschen, wo möglicherweise noch mikrobielles Leben existiert.

Die Wissenschaftler untersuchen Regionen auf der Erde, die den Regionen auf dem Mars ähnlich sind - wie die Atacama-Wüste in Chile oder Salztäler in den USA. Sie verwenden auch spezielle Kameras, die die Bedingungen auf dem Mars imitieren: niedriger Druck, Strahlung und atmosphärische Zusammensetzung. Dies hilft zu verstehen, wie sich das Leben auf dem Roten Planeten anpassen und überleben könnte.

Im Moment gibt es keine Beweise für Leben - weder in der Vergangenheit noch in der Gegenwart. Aber Entdeckungen wie die "Leopardenflecken" auf dem Grund eines alten Sees im Jezero-Krater halten das Interesse an diesem Thema wach. Wenn es auf dem Mars noch Leben gibt, dann glauben die meisten Forscher, dass es tief unter der Oberfläche verborgen ist. Und um es zu finden, müssen wir tiefer bohren als je zuvor.

Mykola Potyka

Mykola Potyka verfügt über ein breites Spektrum an Kenntnissen und Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen. Mykola schreibt auf interessante Weise über Dinge, die ihn interessieren.

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