"Blaue Donau" zu Ehren des Strauss-Jubiläums ins All geschickt
Für viele von uns ist der Walzer "An der schönen blauen Donau" von Johann Strauß dem Jüngeren dank Stanley Kubricks legendärem Film "2001: Odyssee im Weltraum" untrennbar mit dem Weltraum verbunden.
Nun ist die Musik von Strauss tatsächlich zu den Sternen gereist.
Wie hat die Musik den Weltraum erreicht?
Am vergangenen Samstag organisierte die Europäische Weltraumorganisation (ESA) anlässlich des 200. Geburtstags des großen österreichischen Komponisten ein ungewöhnliches Konzert. Die Wiener Symphoniker spielten den berühmten Walzer, und die Aufführung wurde nicht nur auf der Erde (in Wien, New York und Spanien) übertragen, sondern auch über die Satellitenschüssel der Agentur in Spanien ins All geschickt.
Das in elektromagnetische Wellen umgewandelte Signal begab sich auf eine lange Reise, die etwas mehr als einen Tag dauern sollte. In 23 Stunden und 3 Minuten wird der Walzer das am weitesten entfernte von Menschenhand geschaffene Objekt im Universum einholen - die Voyager-1-Raumsonde der NASA. Und auch danach wird die Musik ihre Reise weiter in die unendlichen Weiten des Weltraums fortsetzen.
Warum "Blaue Donau"?
Für viele ist dieser Walzer zu einem Symbol der Eleganz und Schönheit des 19. Jahrhunderts geworden. Aber nach Kubricks Film bekam er eine zusätzliche Bedeutung, als er zur "inoffiziellen Hymne des Weltraums" wurde, die beim Andocken an der Internationalen Raumstation (ISS) gespielt wurde.
Norbert Kettner, Direktor des Wiener Tourismusverbandes, sagt, dass dieser Walzer nun als "der typische Klang des Weltraums" gilt - eine Melodie, die perfekt für interstellare Reisen ist.
Wiedergutmachung einer historischen Ungerechtigkeit
Ein weiterer wichtiger Zweck dieses außergewöhnlichen Ereignisses besteht darin, ein Versehen der NASA zu korrigieren. Die Raumsonden Voyager-1 und Voyager-2 führen goldene Schallplatten mit sich, auf denen Bilder und Klänge unseres Planeten aufgezeichnet wurden. Unter den 27 Musikstücken befindet sich Mozarts "Zauberflöte", aber nicht der berühmteste österreichische Walzer.
Indem Österreich die "Blaue Donau" ins All schickte, hat es diese "musikalische Ungerechtigkeit" symbolisch wiedergutgemacht.
Musik, die Welten verbindet
Jan Nast, Direktor der Wiener Symphoniker, stellt fest, dass Musik eine universelle Kraft hat, Hoffnung und Freude zu bringen. Mit dieser Botschaft schickte die Menschheit Strauss' Melodie ins All - leicht, luftig und ideal für Reisen zu den Sternen.
Jetzt ist "Blue Danube" nicht nur auf der Erde zu hören, sondern setzt auch seine endlose Reise zwischen den Galaxien fort und erinnert uns daran, dass Kunst sogar kosmische Entfernungen überwinden kann.