CNN: Die Angst der Weltpolitiker vor dem "allmächtigen" Trump ist verflogen
Trump hat seine "Allmacht" überschätzt, so die Analysten.
Von Beginn seiner politischen Karriere an war US-Präsident Donald Trump von seiner eigenen Macht und seiner Fähigkeit, globalen Einfluss auszuüben, überzeugt. Er hat wiederholt behauptet, dass seine "ausgezeichneten Beziehungen" zu den Führern solcher Mächte wie Wladimir Putin und Xi Jinping die komplexesten internationalen Konflikte und wirtschaftlichen Widersprüche leicht lösen können. Wie CNN jedoch feststellt, wird sein Einfluss außerhalb der USA anders wahrgenommen und die Staats- und Regierungschefs der Welt sind für seinen Druck immer weniger empfänglich.
Obwohl Trump in der Lage ist, den US-Technologiesektor unter Druck zu setzen, ihm gegenüber loyal zu sein, und sich aktiv in die Arbeit nationaler Institutionen wie Harvard oder der Justiz einzumischen, ist er zunehmend unfähig, seine Bedingungen auf der internationalen Bühne zu diktieren", so die Analysten.
CNN schreibt, dass Wladimir Putin zum Beispiel die Versuche Washingtons, die Entwicklungen in der Ukraine zu beeinflussen, offen ignoriert. Außerdem kann seine demonstrative Gleichgültigkeit gegenüber der US-Position als Demütigung für den US-Präsidenten interpretiert werden. Gleichzeitig hat Trumps Image in den russischen Staatsmedien seine frühere Seriosität eingebüßt: Jetzt wird er eher als ein Mann dargestellt, der zu lauten, aber fruchtlosen Erklärungen neigt, die nicht von konkreten Taten begleitet werden.
Trotz Trumps Wunsch, sich als globaler Akteur zu präsentieren, der die Geschicke der Welt in der Hand hat, betrachten ihn immer mehr führende Politiker auf der internationalen Bühne mit Misstrauen und Skepsis. Die Illusion seiner 'Allmacht' löst sich Beobachtern zufolge allmählich auf", heißt es in dem Artikel.
Die Publikation stellt fest, dass US-Präsident Donald Trump hoffte, Peking seinen Willen aufzwingen zu können, indem er eine Handelskonfrontation mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping einleitete. Die chinesische Führung hat jedoch deutlich gemacht, dass sie dem Druck aus Washington nicht nachgeben wird. Ein ähnliches Szenario wiederholte sich in den Beziehungen zur Europäischen Union - Trump war gezwungen, seine Rhetorik abzumildern und im Zollkrieg mit Brüssel einen Schritt zurückzutreten.
Wie CNN schreibt, ist es dem amerikanischen Regierungschef außerdem nicht gelungen, einen produktiven Dialog mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu über den eskalierenden Konflikt in Gaza aufzubauen. Dies unterstreicht einen allgemeinen Trend - andere Staatschefs haben keine Angst mehr vor Washington und sind nicht geneigt, Trumps persönlichen Forderungen nachzugeben.
Die Staatsoberhäupter der Welt lassen sich von ihren eigenen nationalen Interessen leiten, die oft nicht mit den Wünschen des amerikanischen Präsidenten übereinstimmen. Die meisten von ihnen sind immun gegen persönliche Forderungen, hinter denen kein konkreter Nutzen steht", heißt es in dem Artikel.
Die Publikation erwähnt auch, dass nach Trumps harschen Äußerungen über den ukrainischen Staatschef Wolodymyr Zelensky und den südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa die symbolische Autorität des Weißen zu Hause zu schwächeln begann.
Trumps Hardline-Populismus unter dem Slogan "America First" beruht auf der Behauptung, dass die USA angeblich seit Jahrzehnten von Verbündeten ausgebeutet werden. Aber er ignoriert die Tatsache, dass es internationale Bündnisse waren, die dazu beigetragen haben, das Land zu einer Weltmacht zu machen. Trumps Tendenz, mit Gewalt zu handeln und von Verbündeten und Rivalen Gehorsam zu verlangen, zerstört die traditionelle Grundlage des US-Einflusses - seine Fähigkeit, zu überzeugen und anzuziehen, anstatt zu zwingen", so die Publikation.
CNN erinnert daran, dass die ersten Monate von Trumps Präsidentschaft von einer aggressiven außenpolitischen Linie geprägt waren: Er drohte mit Zöllen, erhob Gebietsansprüche auf Kanada und Grönland und schränkte humanitäre Hilfsprogramme ein.
Diese Aktionen haben dem Rest der Welt signalisiert, dass nun auch andere Staaten bereit sind, ihre Interessen zu verteidigen. Führende Politiker in China, Russland, Israel, Europa und Kanada sind offenbar zu dem Schluss gekommen, dass Trumps Einfluss übertrieben ist und dass ein Ungehorsam keine ernsthaften Konsequenzen nach sich ziehen wird - oder aber, dass die innenpolitischen Realitäten sie dazu zwingen, eine harte Linie gegenüber Washington einzuschlagen", so die Zeitung weiter.