Das Geheimnis der Walwirbel: Wie Blauwalknochen den Südatlantik und London verbinden

Naturhistorisches Museum

In einer Ecke des Londoner Naturkundemuseums lauerte ein jahrhundertealtes Geheimnis.

Zwei riesige Blauwal-Wirbel mit verblassten Etiketten fielen Dr. Sofia Nikolova im Londoner Natural History Museum auf.

Wer hätte gedacht, dass diese Knochen der Schlüssel zur Entschlüsselung der Geschichte sein würden, die den Südatlantik, die Kolonialausstellung und die frühen Versuche, Wale zu schützen, miteinander verbindet?

Auf den abgenutzten Etiketten steht '6. November 1924, Falklandinseln' und der kryptische Hinweis 'Wembley Exhibition'. Sophia und ihr Kollege Richard Sabin fragten sich: Was war das für eine Ausstellung?

Es handelte sich um die British Imperial Exhibition von 1924-1925, ein großes Ereignis, das von 27 Millionen Menschen besucht wurde. Die Ausstellung präsentierte die Macht und den Reichtum des Britischen Empire, einschließlich exotischer Exponate aus den Kolonien.

Der Falkland-Pavillon repräsentierte die Inseln und ihre Abhängigkeiten, einschließlich Südgeorgien, dem damaligen Epizentrum des Walfangs. Die neuesten Errungenschaften der Waljagd wurden hier ausgestellt: Harpunen, Messer und... riesige Walknochen.

Dank der Archive des Museums fand Sophia heraus, dass die Wirbel dem Museum von Sir Sidney Harmer, dem damaligen Direktor des Museums, gestiftet worden waren. Die Knochen gehörten zu Blauwalen, die vor der Küste von Südgeorgien gefangen worden waren und ein Jahr lang am Strand gelegen hatten, bevor sie nach London verschifft wurden.

Harmer war einer der ersten, der wegen des Rückgangs der Walbestände Alarm schlug und eine Regulierung des Walfangs forderte. Vielleicht haben ihm diese Wirbel bei seinen Forschungen und Reden geholfen.

Aber die Geschichte ist damit noch nicht zu Ende. Es stellt sich heraus, dass das Museum viele Gegenstände aus dieser Ausstellung erhalten hat, darunter seltene Tiere aus aller Welt.

Die Entdeckung hat Wissenschaftler dazu veranlasst, die Verbindung zwischen den Sammlungen des Museums und seiner kolonialen Vergangenheit neu zu überdenken.