Der Panzer einer Meeresschildkröte enthält die Geschichte des Ozeans wie die Jahresringe eines Baumes
Wissenschaftler haben entdeckt, dass der Panzer einer Meeresschildkröte wie ein natürliches Archiv funktioniert - fast wie die Jahresringe eines Baumes. Jede Schicht zeichnet die Bedingungen auf, unter denen das Tier gelebt hat. So können wir die Geschichte des Ozeans rekonstruieren und verstehen, wie er sich verändert.
Der Panzer von Meeresschildkröten besteht aus harten Platten, den so genannten Schuppen, die im Laufe ihres Lebens in mehreren Schichten wachsen.
Jede neue Schicht
- bewahrt chemische Spuren der Umgebung auf
- spiegelt die Ernährung der Schildkröte wider
- zeichnet Veränderungen der Meeresbedingungen auf
Der Panzer "zeichnet" also das Leben des Tieres und die Umwelt um es herum auf.
Details
Die Wissenschaftler untersuchten die Panzer von 24 Meeresschildkröten und trennten sie in sehr dünne Schichten auf.
Es stellte sich heraus, dass:
- eine solche Schicht braucht etwa sieben bis neun Monate, um sich zu bilden
Dies ermöglichte es ihnen, eine Chronologie des Lebens jeder Schildkröte zu erstellen.
Sie fanden Perioden in den Panzern, in denen sich das Wachstum verlangsamte.
Diese Perioden fielen mit großen Veränderungen im Meer zusammen, wie z.B.:
- toxische Algenblüten ("rote Flut")
- massive Ansammlungen von Sargassum
Das bedeutet, dass die Muschel tatsächlich stressige Ereignisse in der Meeresumwelt aufzeichnet.
Warum das wichtig ist
Meeresschildkröten verbringen die meiste Zeit ihres Lebens im offenen Meer, wo sie nur schwer zu beobachten sind.
Jetzt können Wissenschaftler
- verstehen, wo die Tiere auf Nahrungssuche sind
- veränderungen in ihrer Ernährung verfolgen
- die Auswirkungen von Umweltkrisen erkennen
Diese Entdeckung bietet ein neues Instrument zur Erforschung des Ozeans:
- verfolgt Veränderungen in den Ökosystemen
- hilft, die Auswirkungen von Umweltverschmutzung und Klima zu bewerten
- liefert Daten zum Schutz von Meerestieren
Quelle
Die Studie wurde von Wissenschaftlern der Universität von Miami zusammen mit einem internationalen Team durchgeführt.
Die Ergebnisse sind in der Zeitschrift Marine Biology veröffentlicht.