DNA enthüllt Herkunft der "Geisterelefanten" von Angola

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In Angola haben Wissenschaftler neue Daten über die mysteriösen "Geisterelefanten" gefunden - eine seltene Gruppe von Tieren, die schon lange von Einheimischen beschrieben, aber fast nie gesehen wurde. DNA-Analysen aus dem Kot haben gezeigt, dass sich diese Elefanten genetisch von den bisher untersuchten Populationen unterscheiden und den Elefanten aus Namibia, Hunderte von Kilometern weiter südlich, am nächsten stehen.

"Geister" werden diese Elefanten wegen ihrer geheimnisvollen Lebensweise genannt. Sie leben in dem unzugänglichen Hochgebirgssumpfgebiet im Osten Angolas, kommen hauptsächlich nachts heraus und blieben für Forscher lange Zeit fast eine Legende.

Die ersten Bilder dieser Tiere wurden erst im Jahr 2024 mit einer Kamerafalle aufgenommen. Der Naturschutzbiologe Steve Boyce wandte sich daraufhin an Wissenschaftler der Stanford University, um zu verstehen, wer diese Elefanten sind und woher diese Population stammen könnte.

Details

Da es unmöglich war, die Tiere zu fangen oder zu stören, wendeten die Forscher eine nicht-invasive Methode an: Sie untersuchten die DNA von Proben des Elefantenkots. Dieser Ansatz ermöglicht es, genetische Informationen zu erhalten, ohne sich den Tieren zu nähern oder in ihr Leben einzugreifen.

Im Labor wurde die DNA aus den Proben extrahiert und mit Daten von anderen afrikanischen Elefanten verglichen. Das Ergebnis war unerwartet: Die "Geisterelefanten" stimmten nicht mit bereits sequenzierten Populationen überein und waren den Elefanten aus Namibia am nächsten.

Das überraschte die Forscher, denn geographisch gesehen würde man eine engere Beziehung zu Populationen aus benachbarten Regionen, wie dem Okavango-Delta in Botswana, erwarten. Die Wissenschaftler müssen nun herausfinden, wie und wann diese Tiere in die Hochland-Sümpfe von Angola gelangt sind.

Warum das wichtig ist

Die Entdeckung ist wichtig für den Naturschutz. Wenn es sich bei den Geisterelefanten tatsächlich um eine genetisch eigenständige und kleine Gruppe handelt, müssen sie in Schutzprogrammen gesondert berücksichtigt werden.

Genetische Analysen helfen auch dabei, die Populationsgröße, das Geschlecht der einzelnen Tiere und mögliche Verwandtschaftsbeziehungen zwischen ihnen zu verstehen. Dies ist besonders wichtig für Tiere, die kaum direkt zu beobachten sind.

Die Geschichte zeigt auch den Wert der modernen Forschungsmethoden. Selbst wenn Tiere ein geheimnisvolles Leben führen und den Menschen nicht an sich heranlassen, können Wissenschaftler anhand der Spuren, die sie in der Umwelt hinterlassen, viel über sie lernen.

Hintergrund

Steve Boyce ist seit mehr als einem Jahrzehnt auf der Suche nach "Geisterelefanten". Er spekuliert, dass es sich um Nachkommen sehr großer angolanischer Elefanten aus der Vergangenheit handeln könnte. Einer der berühmtesten ist ein Elefant namens Henry, der in den 1950er Jahren in Angola getötet wurde; seine Überreste befinden sich im Smithsonian Museum of Natural History.

Eine direkte Verbindung zwischen modernen "Geisterelefanten" und Henry ist jedoch noch nicht bewiesen. Die verfügbaren mitochondrialen Nachweise haben eine solche Verwandtschaft nicht bestätigt, obwohl zusätzliche genetische Studien das Bild klären könnten.

Die Suche nach diesen Tieren ist Teil eines neuen Dokumentarfilmprojekts von National Geographic unter der Regie von Werner Herzog. Der Film zeigt die unzugänglichen Sümpfe von Angola, die Feldarbeit des Teams und den wissenschaftlichen Versuch, die Ursprünge einer der rätselhaftesten Gruppen afrikanischer Elefanten zu verstehen.

Quelle

DasMaterial basiert auf einem Bericht der Stanford University über eine genetische Studie der "Geisterelefanten" von Angola. Die Arbeit wurde von Wissenschaftlern des Conservation Genomics Programms unter Beteiligung von Steve Boyce und Forschern durchgeführt, die die DNA von Wildpopulationen anhand von nicht-invasiven Proben untersuchen.