Europa am Rande des Dritten Weltkriegs - ehemaliger litauischer Außenminister
Europa steht wegen Russlands Provokationen und der Untätigkeit der NATO am Rande des Dritten Weltkriegs.
Wladimir Putins hybride Aggression und die Untätigkeit der NATO treiben Europa immer näher an einen ausgewachsenen Konflikt heran, sagte der ehemalige litauische Außenminister Gabrielius Landsbergis dem Telegraph.
Die NATO zögert weiterhin ein entschiedenes Handeln als Reaktion auf russische Provokationen hinaus und gibt Putin damit die Möglichkeit, die "roten Linien" der Allianz zu testen, sagte er.
Wir lassen immer mehr Eskalation zu, ohne angemessene Antworten zu geben. Wenn das so weitergeht, wird Europa ein Tag wie Pearl Harbor bevorstehen, an dem das Erwachen des Westens zu spät kommt", betonte Landsbergis.
Der ehemalige Minister warnte, dass weitere Provokationen zur Anwendung von Artikel 5 der NATO-Charta führen könnten, was eigentlich eine Kriegserklärung an Russland wäre. Er erinnerte daran, dass er bereits 2022 von der Allianz eine klare Antwort auf das Vorgehen Moskaus gefordert hatte, aber die Situation blieb zweistellig.
Es gibt eine klare Eskalation, und wir tun immer noch nichts", betonte er.
Landsbergis fügte hinzu, dass die russische Taktik mit den Drohnen darauf abziele, die Grenzen der Toleranz der Allianz aufzuzeigen.
Putin ist sich darüber im Klaren, dass 20 Drohnen in Polen unter Artikel 4 fallen und 12 Minuten im estnischen Luftraum noch nicht Artikel 5 sind. Er wird diese Linie weiter vorantreiben", sagte der Diplomat.
Der ehemalige Minister forderte die NATO auf, "rote Linien" klar zu definieren und Abschreckungsmaßnahmen zu ergreifen, wie z.B. die Übergabe von Taurus- oder Tomahawk-Raketen an die Ukraine zur Zerstörung von Drohnenstartplätzen. Er charakterisierte die derzeitige Passivität der Allianz als einen "sich ständig wiederholenden geopolitischen Murmeltiertag".
Anstatt zu fragen, ob wir riskieren, den Dritten Weltkrieg zu beginnen, fragen wir, ob wir riskieren, ihn zu stoppen", sagte er.