Je früher Sie essen, desto weniger wiegen Sie - Ergebnisse einer groß angelegten Studie

Forscher haben das Timing der Mahlzeiten mit einer langfristig erfolgreichen Gewichtsabnahme in Verbindung gebracht.

Menschen, die genetisch bedingt zu Fettleibigkeit neigen, können erfolgreicher abnehmen und ihr Gewicht halten, wenn sie früher am Tag mit dem Essen beginnen. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Universität Complutense in Madrid, berichtet Phys.org.

Die Studie, die in der Zeitschrift Obesity veröffentlicht wurde, ergab, dass frühes Essen den Einfluss genetischer Faktoren auf die Gewichtszunahme verringern kann. Die Forscher analysierten die Daten von 1.195 übergewichtigen oder fettleibigen Erwachsenen (Durchschnittsalter 41 Jahre, 80,8% Frauen), die an einem 16-wöchigen Programm zur Gewichtsabnahme teilnahmen. Durchschnittlich 12 Jahre nach Abschluss der Therapie wurden die Teilnehmer erneut untersucht.

Die Schlüsselvariable war der Zeitpunkt der Mahlzeiten - genauer gesagt, die Mitte zwischen der ersten und der letzten Mahlzeit des Tages. Die Wissenschaftler berechneten auch das individuelle polygene Risiko für Fettleibigkeit auf der Grundlage von mehr als 900.000 genetischen Markern. Das Modell berücksichtigte das Alter, das Geschlecht, die Klinik und die ethnische Zugehörigkeit der Teilnehmer.

Die Ergebnisse zeigten, dass mit jeder Stunde späteren Essens der Body Mass Index (BMI) im Durchschnitt um 0,95 kg/m² anstieg. Nach 12 Jahren war das Gewicht der Teilnehmer um 2,2 Prozent höher als das derjenigen, die früher aßen. Besonders ausgeprägt war der Zusammenhang bei Menschen mit der höchsten genetischen Veranlagung für Fettleibigkeit: Ihr BMI stieg um 2,21 kg/m² für jede Stunde, die sie das Essen hinauszögerten. In den Gruppen mit geringem Risiko wurde keine derartige Korrelation beobachtet.

Die Autoren betonen, dass die Ernährungsrhythmen die innere biologische Uhr des Körpers beeinflussen, einschließlich der Leber, der Bauchspeicheldrüse und des Fettgewebes. Ein Missverhältnis zwischen diesen Rhythmen und den durch das Licht regulierten zirkadianen Zyklen kann zu Stoffwechselstörungen führen.

"Unsere Ergebnisse bestätigen, dass das Timing der Mahlzeiten ein wichtiger Faktor im Kampf gegen Fettleibigkeit ist und für ein personalisiertes Gewichtsmanagement genutzt werden kann", so das Fazit der Studie.

Dieses Ergebnis ist wichtig für die Entwicklung von Strategien zur Gewichtsabnahme, insbesondere für diejenigen, die genetisch zu einer Gewichtszunahme veranlagt sind. Das richtige Ernährungsverhalten könnte ebenso wichtig sein wie die Zusammensetzung der Nahrung oder die körperliche Aktivität.