„Verlassen Sie Cherson – der Feind hat das Heizkraftwerk zerstört, und wir können nicht damit rechnen, dass es im Winter wie gewohnt funktioniert“, so der Leiter der Regionalverwaltung

Staatlicher Katastrophenschutzdienst

Russische Besatzungstruppen haben in der Nacht das Heizkraftwerk Cherson angegriffen – die Anlage wurde dabei sehr schwer beschädigt.

Der Leiter der Regionalverwaltung von Cherson, Alexander Prokudin, fordert die Einwohner auf, die Stadt zu verlassen.

Seinen Angaben zufolge könnte Cherson für längere Zeit ohne Strom und Heizung auskommen müssen.

In der Nacht haben russische Truppen das Heizkraftwerk von Cherson erneut mit Luftbomben angegriffen. Leider ist dies nicht das erste Mal. Doch dieses Mal hat die Anlage sehr schwere Schäden davongetragen.

Deshalb sage ich ganz offen: Wir können diesen Winter nicht mehr damit rechnen, dass das Heizkraftwerk oder andere Einrichtungen der kritischen Infrastruktur im gewohnten Betrieb funktionieren“, schrieb der Beamte auf Telegram.

Seinen Worten zufolge muss man sich ehrlich bewusst machen: Cherson könnte nicht nur für einige Stunden oder Tage, sondern über einen längeren Zeitraum ohne Strom und Heizung auskommen müssen.

Ich wende mich erneut an die Einwohner von Cherson, insbesondere an Familien mit Kindern und ältere Menschen: Wenn Sie die Möglichkeit haben, Verwandte oder Freunde in sichereren Regionen zu besuchen – verlassen Sie die Stadt“, appellierte Prokudin.

Er teilte zudem mit, dass sich die Einwohner der Stadt an die Regionalverwaltung wenden können.

„Wir werden bei der Evakuierung, dem Transport, der Unterbringung und der sozialen Unterstützung helfen“, versicherte der Leiter der Regionalverwaltung.

Zur Organisation der Ausreise der Einwohner werden Sie gebeten, sich an das Kontaktzentrum der Regionalverwaltung von Cherson zu wenden: 0 800 101 102, 0 800 330 951. Die Hotline der Regierung für Fragen zur Evakuierung lautet 1548.

Prokudin fügte hinzu, dass die Stadtverwaltung, die kommunalen Versorgungsbetriebe, die Energieversorger und die Regierung bereits an alternativen Lösungen für die Wärme- und Energieversorgung in Cherson arbeiten.

Gleichzeitig teilte er mit, dass die Sicherheitslage in Cherson äußerst schwierig sei.

So seien seit dem 1. Juli bereits 170 KAB auf die Region Cherson abgeworfen worden. In knapp zwei Monaten seien mehr davon eingesetzt worden als im gesamten ersten Halbjahr 2026.

In den letzten zwei Monaten hat der Feind mehr als 1.700 Angriffsdrohnen eingesetzt. Insbesondere hat er begonnen, die Raketendrohnen „Shahed“ und „Gerbera“ verstärkt einzusetzen, um Angriffe auf kritische Infrastrukturobjekte im Gebiet Cherson zu führen.

Darüber hinaus stieg die Zahl der Angriffe mit kleinen FPV-Drohnen innerhalb nur einer Woche auf 6.500.