Wissenschaftler finden heraus: Starke Fettleibigkeit erhöht das Risiko für 16 häufige Krankheiten

Eine neue Studie, die von Wissenschaftlern der Johns Hopkins University durchgeführt wurde, hat gezeigt, dass Fettleibigkeit, insbesondere schwere Fettleibigkeit, das Risiko der Entwicklung von 16 Volkskrankheiten erheblich erhöht. Und dieser Zusammenhang besteht unabhängig von Geschlecht oder Ethnie. Die höchsten Risiken wurden für Schlafapnoe, Typ-2-Diabetes und Fettlebererkrankungen festgestellt.

Details: Zhiqi Yao et al, Associations between Class I, II, or III Obesity and Health Outcomes, NEJM Evidence (2025). DOI: 10.1056/EVIDoa2400229

Experten zufolge ist Fettleibigkeit in den Vereinigten Staaten ein zunehmend verbreitetes Phänomen. Prognosen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2030 bei fast der Hälfte der Erwachsenen des Landes eine klinische Diagnose von Fettleibigkeit gestellt werden wird.

Die Studie, die in der Zeitschrift NEJM Evidence veröffentlicht wurde, analysierte Daten von mehr als 270.000 Teilnehmern an All of Us, der größten Kohortenstudie in der Geschichte der USA, die von den National Institutes of Health initiiert wurde.

Die Stichprobe umfasste Daten zu Größe, Gewicht, Body-Mass-Index (BMI), Krankenakten und Umfragen. Die Menschen wurden in Gruppen eingeteilt: normalgewichtig, übergewichtig und fettleibig, die wiederum in drei Klassen eingeteilt wurden, I bis III (die schwersten).

Die Wissenschaftler untersuchten den Zusammenhang zwischen dem Grad der Fettleibigkeit und den folgenden Krankheiten: Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes, hoher Cholesterinspiegel, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen, koronare Herzkrankheit, chronische Nierenerkrankung, Thrombose, Gicht, Leberfettleibigkeit, Gallensteine, Schlafapnoe, Asthma, Sodbrennen und Osteoarthritis.

Die Ergebnisse zeigten: je höher der Grad der Fettleibigkeit, desto größer das Risiko. Besonders starke Zusammenhänge wurden zwischen Adipositas Grad III und Schlafapnoe (das Risiko ist fast 11-mal höher), Diabetes (7,7-mal höher) und Fettlebererkrankungen (6,7-mal höher) festgestellt.

Auch Krankheiten wie Osteoarthritis, Asthma und Atherosklerose traten bei fettleibigen Menschen zwar seltener, aber dennoch häufiger auf. Die Studie ergab auch, dass Frauen, Afroamerikaner und Menschen mit niedrigem Einkommen und geringer Bildung eher fettleibig waren und damit auch die fraglichen Krankheiten.

Die Wissenschaftler betonen, dass Fettleibigkeit nicht nur ein optisches Problem ist. Sie ist ein ernsthafter Risikofaktor für viele Krankheiten und sollte nicht ignoriert werden. Vor allem angesichts der wachsenden Zahl von Fällen schwerer Fettleibigkeit.

Die Autoren schätzen, dass bis zu 50 Prozent der Fälle von Schlafapnoe und bis zu 36 Prozent der Lebererkrankungen mit Fettleibigkeit in Verbindung stehen. Das bedeutet, dass Maßnahmen zur Gewichtsreduktion ernsthafte Auswirkungen auf die Gesundheit der gesamten Nation haben können.

Da die Zahl der fettleibigen Menschen auf der Welt zunimmt, werden die Ergebnisse dazu beitragen, die Entwicklung neuer Präventionsprogramme, klinischer Ansätze und öffentlicher Gesundheitspolitik zu unterstützen.