Wissenschaftler haben das Geheimnis einer besseren Kommunikation mit Hunden gelüftet: Verlangsamung der Sprache
Hunde sind im Gegensatz zu Menschen nicht zur artikulierten Sprache fähig, aber wir haben gelernt, uns bis zu einem gewissen Grad zu verstehen. Es stellt sich die Frage: Wer hat sich mehr angepasst - Hunde an die menschliche Sprache oder Menschen, die ihre Sprache angepasst haben, um von ihren Haustieren besser verstanden zu werden?
Wissenschaftler der Universität Genf haben zusammen mit Verhaltenswissenschaftlern und Linguisten aus Frankreich eine Studie durchgeführt, die zeigt, dass Menschen intuitiv ihre Sprache verlangsamen, wenn sie mit Hunden kommunizieren. Diese Veränderung hilft den Haustieren, menschliche Befehle besser zu verstehen und fördert eine bessere Interaktion zwischen den Arten.
Die Ergebnisse ihrer Studie sind in der Zeitschrift PLOS Biology veröffentlicht.
Die Forscher analysierten 143 Aufnahmen von hörbaren Vokalisationen von 30 Hunden, darunter Knurren, Heulen und Winseln. Außerdem untersuchten sie 106 an andere Menschen gerichtete Sprachsequenzen und 149 an Hunde gerichtete Sequenzen in fünf verschiedenen Sprachen. Sie verwendeten kurze Sätze im Imperativ, um die Verhaltensreaktionen der Hunde zu bewerten.
Es wurde festgestellt, dass die Hunde im Durchschnitt 2 ± 1,1 Vokalisationen pro Sekunde von sich geben. Wenn Menschen miteinander kommunizieren, liegt die Vokalisierungsrate bei 4 ± 1,9 Silben pro Sekunde. Wenn Menschen jedoch Hunde ansprechen, verlangsamen sie ihre Sprache auf etwa 3 Silben pro Sekunde, was dem natürlichen Rhythmus der Vokalisationen von Haustieren näher kommt. Interessanterweise wird diese Verlangsamung nicht von den individuellen Merkmalen der sprechenden Person beeinflusst.
Mit Hilfe der nicht-invasiven Elektroenzephalographie verglichen Wissenschaftler die Gehirnaktivität von Hunden und Menschen bei der Wahrnehmung von Sprache. Es stellte sich heraus, dass sich die Reaktion auf menschliche Sprache bei Hunden auf Delta-Rhythmen (0,5-4 Hz) konzentriert, während sie bei Menschen auf schnellere Theta-Rhythmen (4-8 Hz) beruht. Э
dies deutet darauf hin, dass unsere Spezies unterschiedliche Klangverarbeitungssysteme haben, aber dass eine Verlangsamung der Sprache Hunden hilft, Modulationen besser zu verfolgen und möglicherweise Befehle zu verstehen.