Ein uralter Gliederfüßer mit Krallen am Maul - Paläontologen haben die Überreste eines noch nie dagewesenen Tieres gefunden
Chinesische und britische Wissenschaftler haben in kambrischen Sedimenten in Südchina die Überreste eines uralten Arthropoden entdeckt, der vor mehr als 500 Millionen Jahren lebte.
Der Fund wurde aufgrund der ungewöhnlichen Struktur seines Mundapparats als neue Art der Gattung Omnidens klassifiziert. Die klauenartigen Stacheln um das Maul haben die Forscher dazu veranlasst, einige Aspekte der Evolution der kambrischen Raubtiere neu zu überdenken.
Ein ungewöhnliches Raubtier aus der Kambrischen Periode
Die Fauna des frühen Kambriums (vor 538,8-485,4 Millionen Jahren) ist bekannt für ihre charakteristischen Mollusken und Arthropoden. Unter ihnen befanden sich große marine Raubtiere wie Omnidens amplus, der einzige bisher bekannte Vertreter seiner Gattung. Einigen Schätzungen zufolge könnte er bis zu zwei Meter lang gewesen sein, obwohl er nur durch einen fossilen Mundapparat bekannt war, der im kambrischen Schiefer aus China gefunden wurde.
Im Jahr 2016 wurden die Kiefer von O. amplus mit dem Arthropoden Pambdelurion whittingtoni verglichen, woraufhin die beiden Taxa als synonym betrachtet wurden. Die frühkambrischen Organismen sind wichtig für das Verständnis des Ursprungs der Klasse der Radiodonten, großer Raubtiere der alten Meere, die bereits vor 500 Millionen Jahren komplexe Augen bekamen.
Der neue Fund und seine Bedeutung
Paläontologen entdeckten vor kurzem in der Hongjingshao-Formation in der Provinz Yunnan 18 artikulierte Überreste und 26 Platten mit unterschiedlichen Elementen einer neuen Kreatur, die vor etwa 521-514 Millionen Jahren lebte. Die Untersuchung dieser Exemplare zeigte, dass der Mundapparat des Tieres aus zwei gepaarten Reihen klauenartiger Platten bestand und nicht wie bei den Radiodonten kreisförmig war.
Dies ermöglichte es, den Fund einer neuen Art zuzuordnen - Omnidens qiongqii, benannt zu Ehren des wilden Tieres Qiongqi aus der alten chinesischen Mythologie. Die Wissenschaftler zählten 10 klauenartige Strukturen an jedem "Kiefer" (fünf auf jeder Seite). Der größte Stachel war 3,8 cm lang und 1,4 cm breit. Wenn der Kiefer geschlossen war, schlossen sich diese Krallen und ermöglichten es dem Raubtier, seine Beute effektiv zu packen.
Überarbeitung der evolutionären Ideen
Diese Struktur des Mundapparats überraschte die Forscher, denn sie passte nicht zu den bisherigen Vorstellungen über den Ursprung des runden Mundes bei Radiodonten. Vielleicht haben diese Raubtiere eine solche Konfiguration unabhängig "erfunden", anstatt sie von ihren Vorfahren zu erben. Darüber hinaus schließen die harten Klauen von O. qiongqii die evolutionäre Lücke zwischen den Lobopoden mit weichem Körper und den Radiodonten mit einem Exoskelett.
Hat Cthulhu Ähnlichkeit mit Omnidens qiongqii und könnte es sein Prototyp gewesen sein?
Cthulhu ist eine fiktive kosmische Kreatur, die von dem Schriftsteller Howard Phillips Lovecraft 1926 erschaffen wurde. Er wird als eine riesige Kreatur mit einem Krakenkopf, Drachenflügeln und Krallen an den Pfoten beschrieben. Omnidens qiongqii hingegen ist ein kürzlich entdeckter kambrischer Gliederfüßer, der vor über 500 Millionen Jahren lebte und klauenartige Strukturen um den Mund herum aufweist.
Gemeinsamkeiten und Unterschiede:
- Ähnlichkeiten: Beide Kreaturen haben klauenartige Strukturen um den Mund und ein ungewöhnliches Aussehen, das beängstigend oder fremdartig wirken kann.
- Unterschiede: Cthulhu ist ein Produkt der Fiktion, das sowohl Merkmale von Meeresbewohnern (Kraken) als auch von mythologischen Drachen aufweist. Omnidens qiongqii ist eine reale fossile Kreatur, die mit antiken Gliederfüßern verwandt ist.
Könnte Omnidens qiongqii ein Prototyp von Cthulhu sein?
Das ist unwahrscheinlich. Omnidens qiongqii wurde erst kürzlich von Wissenschaftlern entdeckt und beschrieben, während Cthulhu von Lovecraft vor fast einem Jahrhundert erschaffen wurde. Lovecraft ließ sich von der Mythologie, seinen eigenen Albträumen und der Angst vor dem Unbekannten inspirieren und nicht von spezifischen paläontologischen Funden.