Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Musik gegen Reisekrankheit helfen kann - aber nicht jede Art von Musik

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Musik gegen Reisekrankheit: Welche Musik hilft wirklich?
23:00, 03.09.2025

Viele Menschen leiden unter Reisekrankheit in Verkehrsmitteln, und bisher war das beliebteste Heilmittel immer noch die Schläfrigkeit erzeugende Tablette.



Eine neue Studie, die von chinesischen Neurophysiologen durchgeführt wurde, zeigt, dass Musik eine sichere und kostengünstige Alternative sein kann - wenn Sie die richtige Melodie wählen. Dies berichtet die Zeitschrift Frontiers.

Experiment in einem Fahrsimulator

Forscher der Southwestern University in China haben unter der Leitung von Dr. Qiqun Yue einen speziellen Fahrsimulator entwickelt, um bei den Teilnehmern Symptome der Reisekrankheit hervorzurufen. Vierzig Personen nahmen an dem Experiment teil. Sie testeten verschiedene Strecken im Simulator, um festzustellen, welche am ehesten die Reisekrankheit auslösen. Dann wurden 30 Teilnehmer mit einer mittleren Anfälligkeit für Reisekrankheit für die Hauptphase ausgewählt.

Die Teilnehmer trugen EEG-Kappen, um die Gehirnaktivität aufzuzeichnen. Sie wurden in 6 Gruppen eingeteilt: vier hörten verschiedene Arten von Musik, eine erhielt keine musikalische Begleitung und eine weitere - die Kontrollgruppe - verließ den Simulator, sobald die ersten Anzeichen von Übelkeit auftraten.

Welche Melodien wirken wirklich?

Nachdem die Teilnehmer die "Fahrt" im Simulator hinter sich gebracht hatten, hörten sie 60 Sekunden lang Musik. Dann bewerteten sie ihren Zustand. Die Ergebnisse waren überraschend:

  • Fröhliche Musik reduzierte die Symptome der Reisekrankheit um 57,3 Prozent;

  • Sanfte (ruhige) Musik - um 56,7 Prozent;

  • Leidenschaftliche Musik - um 48,3%;

  • Traurige Musik - um nur 40%, was noch schlechter ist als ohne Musik(43,3% in der Kontrollgruppe).

Das Hören fröhlicher oder entspannender Musik erwies sich also als die wirksamste Methode zur Linderung des Leidens.

Was die EEG-Messungen ergaben

Das Elektroenzephalogramm zeigte wichtige Veränderungen im Okzipitallappen des Gehirns. Wenn die Reisekrankheit auftrat, wurde die Aktivität in diesem Bereich weniger komplex. Je schneller sich der Teilnehmer erholte, desto mehr näherten sich die Messwerte der Normalität an. Die Wissenschaftler vermuten, dass:

  • Sanfte Musik hilft, die Anspannung zu lösen, die die Symptome verschlimmert;

  • Fröhliche Musik aktiviert die "Vergnügungszentren" im Gehirn und lenkt vom Unbehagen ab;

  • Traurige Musik hingegen kann negative Gefühle verstärken.

Wie geht es weiter?

Die Autoren betonen, dass es sich um eine kleine Stichprobe handelt und dass weitere Untersuchungen erforderlich sind, insbesondere in realen Reiseumgebungen. Sie planen auch, den Einfluss von Musikvorlieben zu untersuchen und die Reisekrankheit nicht nur im Auto, sondern auch in Flugzeugen und auf Schiffen zu untersuchen.

Dennoch ist Dr. Yue zuversichtlich: "Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Menschen, die auf Reisen unter Reisekrankheit leiden, fröhliche oder sanfte Musik als wirksames Mittel zur Linderung der Symptome einsetzen können."

Maria Grynevych

Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.

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