Archäologen haben Beweise dafür gefunden, dass ein legendärer König namens Kaschkasch eine reale historische Figur war

M. Rekłajtis/PCMA in Barański et al. 2026

Archäologen haben im Nordsudan unerwartete Beweise dafür gefunden, dass ein nubischer König namens Kaschkasch eine reale historische Figur war und nicht nur eine Figur in späteren Erzählungen.

Es handelt sich um ein kleines arabisches Dokument aus dem 16. bis 17. Jahrhundert, das bei den Ausgrabungen von Old Dongola aus einem Müllhaufen gehoben wurde.... Der Text gibt Befehle "im Namen von König Kaschkasch" und wurde zu einer der direktesten schriftlichen Spuren dieses Herrschers.

Was ist Alt-Dongola im Allgemeinen?

Old Dongola war einst die Hauptstadt des christlichen Königreichs Macuria. Doch etwa ab der Mitte des 14. Jahrhunderts verlor die Stadt ihren Status als Hauptstadt und die folgenden Jahrhunderte in der Geschichte der Region werden oft als "dunkel" beschrieben - es gibt nur wenige Quellen und es ist nicht immer klar, wie genau die Arabisierung und Islamisierung Nubiens verlief. Das neue Dokument ist gerade deshalb wichtig, weil es "lebendige" Alltagsdetails aus dieser Zeit hinzufügt.

Wer ist Kashkash?

Kashkash ist einer der frühen vorkolonialen Herrscher von Dongola, eine Figur der "dunklen" Periode der Stadtgeschichte nach dem Niedergang des christlichen Makuriens.

Was die Archäologen gefunden haben

Der Fund wurde im Rahmen des UMMA-Projekts gemacht, das seit 2018 die Zitadelle und die Umgebung von Dongola neu erforscht. Die Forscher gruben ein Gebäude aus, das nach lokaler Überlieferung die Residenz der Herrscher war. Dort fanden sie Dinge des "elitären" Lebens (Stoffe, Gegenstände aus Knochen usw.) und mehr als zwei Dutzend arabische Texte, darunter einen Orden im Namen von Kashkash.

Worum es in dem Befehl geht

Inhaltlich geht es in dem Dokument nicht um Kriege und die "große Politik", sondern um den Austausch von Dingen und Pflichten: wem man bestimmte Gegenstände gibt, von wem man ein Schaf und ein Lamm nimmt, wem man Baumwolltücher und vielleicht eine Kopfbedeckung/Bandage gibt (es gibt eine Stelle im Text, die unterschiedlich interpretiert wird). Die Bedeutung ist einfach: Der König regiert über ein Netzwerk von Menschen und Botengängen, und die Machtverhältnisse sehen aus wie eine Mischung aus Befehlen und dem Austausch von "Geschenken".

Unabhängig davon stellen die Forscher fest: Der erwähnte Kopfschmuck könnte ein Statusgegenstand gewesen sein, der normalerweise mit dem Hochadel in Verbindung gebracht wird.

Was dies über Sprache und 'Arabisierung' aussagt

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Art und Weise, wie der Text geschrieben ist. Die Sprache zeigt, dass der Schreiber das klassische Arabisch nicht perfekt beherrschte: Es gibt Vereinfachungen, Fehler und eine "komprimierte" Schrift, die der Umgangssprache ähnelt. Es sieht so aus, als ob Arabisch bereits zur wichtigsten Schriftsprache des Hofes wird, aber noch nicht unbedingt die Muttersprache aller Einwohner der Stadt ist.

Was kommt als nächstes?

Die Autoren glauben, dass weitere gefundene Briefe zeigen könnten, wie das lokale Korrespondenzsystem funktionierte - nicht nur zwischen den Verwaltern und religiösen Eliten, sondern vielleicht auch mit den Anführern der Nomadengruppen rund um die Stadt.