Die berühmten Zwölf Apostel waren jünger als gedacht

Foto: Mark Cuthell

Wissenschaftler haben zum ersten Mal im Detail erklärt, wie die Zwölf Apostel in Australien entstanden sind und ihr Alter geklärt. Das ist wichtig, denn eines der berühmtesten Natursymbole des Landes ist jünger als bisher angenommen.

Die Studie zeigte, dass die Geschichte der Zwölf Apostel nicht allein mit der Meereserosion begann. Den Geologen zufolge wurden die Felsen an diesem Küstenabschnitt zunächst durch die Bewegung tektonischer Platten angehoben und gekippt. Diese Prozesse bereiteten die Grundlage für die späteren Felsen und dann begannen das Meer und der Wind, einzelne Steinsäulen daraus zu meißeln.

Um das Alter der Felsen zu klären, untersuchten die Forscher mikroskopische Meeresfossilien im Kalkstein. Dadurch konnten sie die Schichten genauer datieren: Sie erwiesen sich als etwa 8,6 bis 14 Millionen Jahre alt. Frühere Schätzungen lagen weiter auseinander - zwischen 7 und 15 Millionen Jahren.

Details

Gleichzeitig sind die Säulen, die Touristen heute sehen, viel jünger als die umliegenden Felsen. Wissenschaftler sind zu dem Schluss gekommen, dass die Zwölf Apostel ihr heutiges Aussehen erst in den letzten paar tausend Jahren erhalten haben - nach dem Ende der letzten Eiszeit, als aktive Küstenerosion diese Felsen freilegte und formte.

Die Autoren stellen außerdem fest, dass die Klippen in der Nähe der Zwölf Apostel noch immer geneigte Kalksteinschichten und kleine Verwerfungen aufweisen - Spuren von alten tektonischen Bewegungen und Erdbeben.

Warum das wichtig ist

Die Studie klärt nicht nur die Geschichte eines der berühmtesten Naturwahrzeichen Australiens, sondern hilft uns auch, das alte Klima der Erde besser zu verstehen. Wissenschaftler betrachten diese Felsen als eine Art "Zeitkapsel": Ihre Schichten bewahren Informationen über die Meeresumwelt und das Klima, einschließlich des Zeitraums vor etwa 13,8 Millionen Jahren, als der Planet deutlich wärmer war als heute.

Das ist auch aus praktischer Sicht wichtig: Die Zwölf Apostel werden weiterhin vom Meer erodiert. Die Forscher betonen daher, dass sie jetzt untersucht werden sollten, solange diese natürlichen Strukturen noch vorhanden sind.

Hintergrund

Die Zwölf Apostel sind Meerespfeiler aus Kalkstein vor der Küste von Victoria, Australien. Heute gibt es weniger von ihnen, als ihr Name vermuten lässt: einige sind bereits durch natürliche Erosion eingestürzt. Die neue Studie wurde im Australian Journal of Earth Sciences veröffentlicht.

Quelle

Die Studie wurde von Wissenschaftlern der Universität von Melbourne unter der Leitung von Stephen Gallagher durchgeführt. Die Ergebnisse werden im Australian Journal of Earth Sciences veröffentlicht.