Die Menschen haben schon vor 12.000 Jahren gewürfelt - und nicht dort, wo man es vermutet hätte

Robert Madden

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Menschen schon vor 12.000 Jahren gewürfelt haben - und zwar in Nordamerika, nicht wie bisher angenommen in der Alten Welt. Glücksspiele gab es schon viel früher. Das ist wichtig, denn es verändert die Art und Weise, wie wir über die Geschichte des menschlichen Denkens und der Kultur denken.

Wir sprechen von Funden aus der letzten Eiszeit.

Details

Eine Studie hat ergeben, dass alte Jäger und Sammler in Nordamerika spezielle Knochenobjekte für Glücksspiele verwendeten.

Diese "Würfel" unterschieden sich von modernen Würfeln: Sie waren flach und hatten zwei Seiten - wie eine Münze. Sie wurden in Gruppen geworfen, und das Ergebnis hing davon ab, auf welche Seite sie fielen.

Wissenschaftler haben mehr als 600 solcher Objekte an archäologischen Stätten in verschiedenen Regionen der Vereinigten Staaten gefunden.

Die ältesten von ihnen stammen aus der Zeit vor etwa 12.000 Jahren - das ist mehrere tausend Jahre früher als ähnliche Funde in Europa und Asien.

Viele dieser Objekte waren zuvor gefunden, aber nicht als Spielwürfel erkannt worden. Eine neue Studie bietet klare Kriterien, um ihren Zweck neu zu definieren.

Warum das wichtig ist

Die Entdeckung verändert die Vorstellungen über die Entwicklung der Kultur und des Denkens der Menschen in der Antike.

Die Wissenschaftler stellen fest:

  • dass Glücksspiele früher auftraten als angenommen
  • sie könnten eine wichtige soziale Rolle gespielt haben
  • solche Spiele förderten die Interaktion zwischen Gruppen

Obwohl es sich nicht um eine Wahrscheinlichkeitstheorie im modernen Sinne handelt, haben die Menschen den Zufall bereits bewusst genutzt.

Hintergrund

Bisher war man davon ausgegangen, dass Würfel- und Glücksspiele vor etwa 5.000-6.000 Jahren in den Zivilisationen der Alten Welt aufkamen.

Neue Beweise zeigen, dass es ähnliche Praktiken auch in anderen Regionen schon viel früher gab.

Quelle

Die Studie basiert auf der Analyse von mehr als 600 Knochenobjekten aus archäologischen Stätten in Nordamerika, die aus der Zeit vor 12.000 Jahren stammen. Sie wurde in American Antiquity (2026) veröffentlicht.