Die Überreste des größten Skorpions der Geschichte wurden in Großbritannien gefunden
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Großbritannien hat die Überreste eines antiken Skorpions bestätigt, der der größte bekannte Skorpion sein könnte. Er lebte vor etwa 415 Millionen Jahren, wurde mehr als einen Meter lang und hatte Klauen von etwa 16 cm.
Es handelt sich um eine Art namens Praearcturus gigas. Seine Fossilien sind seit mehr als einem Jahrhundert bekannt, aber Wissenschaftler haben lange darüber gestritten, ob es sich bei dem Tier um ein riesiges Krustentier wie eine Mücke oder einen Skorpion handelt.
Eine neue Studie in der Zeitschrift Palaeontology unterstützt die zweite Version.
Es handelt sich nicht um einen vollständig erhaltenen Skorpion von Kopf bis Schwanz. Es handelt sich um Körperfragmente, die mit modernen Methoden neu untersucht wurden. Aber diese Daten reichten aus, um das Tier als Skorpion zu klassifizieren und seine enorme Größe zu schätzen.
Details
Die Fossilien von Praearcturus gigas wurden in frühdevonischen Sedimenten im heutigen England und Wales gefunden. Die Art wurde erstmals 1871 von Henry Woodward beschrieben. Damals wurde sie als großes Krustentier erkannt, das einer Mücke ähnelt. Selbst der Name Praearcturus ist mit Arcturus verwandt, einer Gruppe moderner mariner Krebstiere.
Später tauchte eine andere Version auf: vielleicht war es kein Krustentier, sondern ein riesiger Skorpion. Aber es war schwierig, dies zu beweisen, da nur einige Teile des Körpers erhalten waren und der charakteristische Skorpionschwanz nicht darunter war.
In der neuen Arbeit haben die Forscher die alten und neuen Fragmente neu beschrieben. Dabei verwendeten sie Zeichnungen, konventionelle Fotografien und tomografische Daten - im Wesentlichen Schicht für Schicht angefertigte Bilder der Fossilien. Die Wissenschaftler fanden mehrere Merkmale, die für die Zugehörigkeit von Praearcturus gigas zu den Skorpionen sprechen: große Pedipalpen mit festen und beweglichen "Finger"-Klauen, eine besondere Struktur des Brustbeins und andere Details der Anatomie.
Die Größe des Tieres ist beeindruckend. Nach Schätzungen des Natural History Museum in London erreichten die Klauen von Praearcturus etwa 16 cm, und die gesamte Körperlänge betrug mehr als einen Meter. Zum Vergleich: Die größten modernen Skorpione werden etwa 23 cm lang.
Dieser Skorpion lebte im frühen Devon, als das Leben an Land gerade begann, komplexer zu werden. Pflanzen waren klein, Wälder gab es noch nicht und die Vorfahren der Reptilien, Säugetiere und Vögel lebten noch im Wasser. Vor diesem Hintergrund war der metergroße Skorpion ein Riese.
Aber man sollte ihn nicht als Landmonster betrachten. Die Autoren glauben, dass Praearcturus gigas ein aquatisches oder semi-aquatisches Tier gewesen sein könnte. Seine Fossilien werden mit Flussumgebungen in Verbindung gebracht, und einige seiner Körpermerkmale ähneln Strukturen, die ihm das Leben im Wasser erleichtern. Er war wahrscheinlich in der Lage, sowohl an Land als auch im Wasser zu jagen.
Seine Beute könnte aus kleinen Arthropoden an Land und Fischen oder anderen Tieren im Wasser bestanden haben. Zu dieser Zeit gab es nur wenige große Raubtiere an Land, so dass ein solcher Skorpion einen sehr wichtigen Platz im Ökosystem eingenommen haben könnte.
Warum er wichtig ist
Der Fund ist nicht nur wegen seiner Größe von Bedeutung. Er zeigt, dass große Raubtiere schon sehr früh in der Geschichte der Erkundung des Landes durch Tiere auftraten.
Wenn wir von riesigen Arthropoden sprechen, denken wir in der Regel an riesige Tausendfüßler wie Arthropleura oder die riesigen libellenähnlichen Insekten aus der Karbonzeit. Aber sie lebten mindestens zehn Millionen Jahre später. Praearcturus gigas existierte schon viel früher - zu einer Zeit, als terrestrische Ökosysteme noch im Entstehen waren.
Dies hilft uns zu verstehen, wie sich Tiere zwischen Wasser und Land bewegten. Skorpione sind heute terrestrische Raubtiere, aber ihre frühere Geschichte könnte komplexer gewesen sein. Wenn Praearcturus tatsächlich semiaquatisch war, bedeutet dies, dass frühe Skorpione beide Umgebungen nutzen konnten und nicht sofort vollständig terrestrisch wurden.
Hintergrund
Skorpione gehören zu den Gliederfüßern (Arthropoden), einer großen Tiergruppe, zu der Insekten, Spinnen, Krebstiere, Tausendfüßler und viele andere gehören. Gliederfüßer haben ein Außenskelett, gelenkige Gliedmaßen und einen segmentierten Körper.
An Land ist die Größe dieser Tiere in der Regel begrenzt: Es ist schwieriger für sie, ihren Körper zu stützen und zu atmen, wenn sie groß sind. Im Wasser haben es große Arthropoden leichter, weil das Wasser ihre Körpermasse stützt. Der Gedanke, dass der meterlange Skorpion zumindest teilweise im Wasser gelebt haben könnte, erscheint also logisch.
Die Besonderheit von Praearcturus gigas besteht darin, dass er an der Grenze zwischen zwei Welten lebte - als die Tiere bereits begonnen hatten, das Land zu beherrschen, aber viele große Formen noch auf das Wasser angewiesen waren.
Quelle
Studie: Richard J. Howard et al., "A revision of Praearcturus gigas: a giant scorpion from the Lower Devonian (Lochkovian) of Britain", Palaeontology, 2026.
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Unabhängiger Forscher, der sich für Archäologie und sakrale Geografie interessiert. Er erforscht diese Themen und schreibt über sie.












