Eine neue Studie untersucht, ob man Erinnerungen trauen kann
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Könnten die Erinnerungen eine zufällige Illusion sein?
Früher dachten wir, dass Erinnerungen Aufzeichnungen von Dingen sind, die uns wirklich widerfahren sind. Wir haben auch kaum Zweifel daran, dass die Zeit nur vorwärts läuft. Aber es gibt eine seltsame Idee aus der Physik, die dies in Frage stellt. Man nennt sie die Boltzmann-Gehirn-Hypothese.
Der Kern der Hypothese ist folgender: Wenn das Universum als Ganzes zur Unordnung tendiert (d.h. die Entropie nimmt zu), dann kann es theoretisch manchmal zu seltenen "zufälligen Ausbrüchen von Ordnung" kommen. Im Rahmen eines mentalen Experiments könnte es so aussehen, als ob ein Gehirn, das "denkt", "sieht" und sogar "Erinnerungen" hat, für einen Moment irgendwo von selbst auftaucht. Das Problem ist, dass solche Erinnerungen dann nicht mit der realen Vergangenheit verbunden sind - sie sind nur eine zufällige Sammlung von Empfindungen und "Bildern im Kopf".
Ein kürzlich veröffentlichtes Papier von Wissenschaftlern des Santa Fe Institute - David Walpert, Carlo Rovelli und Jordan Scharnhorst - geht der Frage nach, warum dieses Paradoxon überhaupt auftritt und warum es so umstritten ist. Die Autoren versuchen nicht zu beweisen, dass wir wirklich "Boltzmann-Gehirne" sein können. Ihr Ziel ist ein anderes: Sie wollen zeigen, welche versteckten Annahmen wir machen, wenn wir über Zeit und Entropie sprechen.
Einer der wichtigsten Punkte hat mit dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik zu tun: Wir sagen normalerweise, dass die Entropie zunimmt, also gibt es einen "Zeitpfeil". Aber in der statistischen Physik sind einige der Formeln so angeordnet, dass sie in gewisser Weise die Richtung der Zeit - vorwärts oder rückwärts - nicht unterscheiden. Und dann kommt etwas Seltsames zum Vorschein: "zufällige" Konstruktionen, ähnlich wie Erinnerung und Beobachtung, können sogar wahrscheinlicher erscheinen als die reale Geschichte des Universums.
Die Autoren zeigen, dass unterschiedliche Ansätze zu diesem Thema davon abhängen, welchen Punkt wir als "gegeben" betrachten. Einige Überlegungen gehen vom gegenwärtigen Zustand des Universums aus und versuchen zu erklären, was davor war. Andere stützen sich auf die Idee, dass die Entropie ganz am Anfang (konventionell: beim Urknall) sehr niedrig war und dass dies bereits die Richtung der Zeit vorgibt. Aber die Physik selbst sagt nicht ausdrücklich, welche dieser Möglichkeiten "richtig" ist - dies ist eine zusätzliche Annahme.
Die wichtigste Schlussfolgerung des Papiers ist, dass viele der üblichen Argumente zu diesem Thema zirkulär sind. Wir glauben, dass die Vergangenheit "gegenwärtig" war, weil wir dem Gedächtnis und den Aufzeichnungen vertrauen. Und dann sagen wir, dass die Erinnerung zuverlässig ist, weil die Gesetze des Entropiewachstums die Existenz einer realen Vergangenheit zu bestätigen scheinen. Die Wissenschaftler schlagen vor, dass wir die Naturgesetze von den Schlussfolgerungen, die wir aus ihnen ziehen, trennen und ehrlich festhalten, wo unsere Interpretation beginnt.
Letztendlich liefert der Artikel keine einfache Antwort auf die Frage "Was, wenn unsere Erinnerungen eine Illusion sind?". Aber er macht die Diskussion transparenter: Er zeigt, dass es in der Debatte über "Boltzmann-Gehirne" nicht nur auf die Formeln ankommt, sondern auch darauf, welche Annahmen wir akzeptieren, wenn wir über Zeit, Entropie und die Vergangenheit sprechen.
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Mykola Potyka verfügt über ein breites Spektrum an Kenntnissen und Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen. Mykola schreibt auf interessante Weise über Dinge, die ihn interessieren.













