Frauen übertreffen Männer bei Intelligenz und Finanzwissen

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Männer überschätzen sich. Frauen gewinnen - besonders in schwierigen Situationen
19:36, 26.09.2025

Lange Zeit wurde in der öffentlichen Meinung und in der Wissenschaft behauptet, dass Frauen den Männern in Bezug auf Intelligenz, Wettbewerbsfähigkeit und finanzielle Kompetenz unterlegen sind.



Eine neue Studie von Wirtschaftswissenschaftlern der University of Georgia beweist jedoch, dass diese Schlussfolgerungen auf fehlerhaften Bewertungsmethoden beruhen.

Die Forscher Glenn Harrison, Don Ross und J. Todd Swarthout vom Centre for Economic Risk Analysis haben eine Reihe von Experimenten durchgeführt, die zeigen, dass herkömmliche Tests einen Schlüsselfaktor - das Vertrauen in die Richtigkeit der eigenen Antwort - außer Acht lassen, der die tatsächlichen kognitiven Fähigkeiten verzerrt.

Fazit: Frauen sind nicht nur genauso gut wie Männer, sondern in einigen Fällen sogar besser als Männer, wenn es um Intelligenz, Entscheidungsfindung und Risikobewertung geht.

Bei den meisten Standard-Intelligenztests muss man sich für eine richtige Antwort entscheiden. Im wirklichen Leben ist jedoch nicht nur die Genauigkeit wichtig, sondern auch das Vertrauen in Ihre Entscheidung. Um diesen Faktor zu berücksichtigen, modifizierten die Forscher den klassischen Raven's Test: Die Teilnehmer mussten nicht nur eine Option wählen, sondern 80 Chips auf 8 mögliche Antworten verteilen, die den Grad ihres Vertrauens widerspiegeln.

Je genauer die Einsätze verteilt wurden, desto höher war der Geldpreis. Eine Wette auf nur eine Antwort konnte zu einem Verlust führen, wenn sie sich als falsch herausstellte. Teilnehmer, die die Wahrscheinlichkeit mehrerer Möglichkeiten intelligent einschätzten, verdienten mehr - ein Indikator für Intelligenz im Angesicht der Unsicherheit.

Wenn die Gewissheit direkt gemessen wurde und ein finanzieller Anreiz bestand, schnitten Frauen durchweg besser ab. Sie teilten ihre "Einsätze" effizienter ein und wurden infolgedessen nahe an der maximal möglichen Belohnung belohnt. Dies deutet auf durchdachtere und präzisere Entscheidungen hin.

Besonders auffallend war der Unterschied in Situationen größter Schwierigkeit und größten Risikos - wo traditionelle Theorien besagen, dass Frauen dazu neigen, den Wettbewerb zu scheuen.

"Wir haben festgestellt, dass Frauen schneller als Männer die zunehmende Komplexität von Aufgaben bemerken und ihr Verhalten anpassen - die Reaktion wird langsamer, das Selbstvertrauen sinkt. Männer bleiben länger durchsetzungsfähig, auch wenn sie bereits deutlich beginnen, Fehler zu machen", so Harrison.

Die Ergebnisse untergraben die Glaubwürdigkeit traditioneller Ansätze in der Ausbildung, bei der Rekrutierung und der Beurteilung von Führungskräften, die Frauen oft systematisch unterbewerten, indem sie das Selbstvertrauen ignorieren.

Die Studie stellt auch die gängige These in Frage, dass Frauen "aggressiver" sein müssen, um erfolgreich zu sein. Die Daten zeigen vielmehr, dass Frauen bereits eine rationalere Strategie verfolgen, insbesondere in Bereichen wie Finanzen, Recht und Management, wo ein ausgeprägter Sinn für Risiken wichtig ist.

Insbesondere in einer Situation, in der es um ein Modell geht, bei dem Leistung bezahlt wird (bei dem nur der beste Mann gewinnt), lehnten Frauen die Teilnahme eher ab. Dies war jedoch nicht auf ein geringes Selbstwertgefühl zurückzuführen, sondern auf eine realistische Einschätzung der Chancen und eine bewusstere Einstellung zum Risiko. Männer hingegen neigten eher dazu, sich zu überfordern - und zu verlieren.

"Die Fähigkeit, Unsicherheit zu erkennen, bedeutet, dass man bereit ist, mehr Informationen und Ratschläge einzuholen, bevor man eine Entscheidung trifft. Das führt zu besseren Ergebnissen", unterstreicht Harrison. - Frauen waren eher in der Lage, ihr Wissen flexibel einzuschätzen, was sie effektiver machte.

Die Autoren betonen, dass es an der Zeit ist, Intelligenz selbst neu zu definieren - als eine Kombination aus Intelligenz , Selbstbewusstsein, der Fähigkeit, Risiken zu managen und sich an Unsicherheit anzupassen.

Für die Wirtschaft ist dies ein ernstzunehmendes Signal: Die produktivsten Mitarbeiter sind vielleicht nicht die selbstbewusstesten, aber diejenigen, die ihr Selbstvertrauen besser verwalten und wissen, wann sie "spielen" und wann sie "passen" müssen.

Und das ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein Zeichen von Reife und Stärke.

Maria Grynevych

Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.

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