Frühwarnzeichen: Ein Smartphone kann Depressionen bei einem Teenager verdecken

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Forscher finden heraus, wie Smartphones Familienbeziehungen und die psychische Gesundheit von Teenagern beeinflussen
18:00, 14.10.2025

Neue Forschungen von Wissenschaftlern der Universität von Georgia (USA) haben gezeigt, dass die aktive Nutzung von Smartphones und sozialen Netzwerken in jungen Jahren zu vermehrten Konflikten in der Familie und zur Entstehung von versteckten psycho-emotionalen Problemen bei Kindern und Jugendlichen führen kann.



Mädchen, die vor dem Alter von 11 Jahren mit der digitalen Umgebung zu interagieren beginnen, waren besonders gefährdet.

Die Autoren zweier unabhängiger Forschungsarbeiten, die im Journal of Family Psychology and Development and Psychopathology veröffentlicht wurden, analysierten Daten von mehr als 11.000 amerikanischen Familien mit Kindern im Alter von neun Jahren. Die Studie wurde zehn Jahre lang fortgesetzt.

Im Alter von 11 Jahren hatten die Forscher bereits einen konsistenten Zusammenhang zwischen der Nutzung von Gadgets und zunehmenden Spannungen in der Familie nachgewiesen. Eltern gerieten häufiger in Streit mit ihren Kindern, kritisierten sie und stritten sich über ihr Online-Verhalten.

"Ein zu früh ausgegebenes Smartphone ist ein Risiko. Eltern müssen verstehen, dass damit nicht nur Technologie ins Haus kommt, sondern auch eine Herausforderung: persönliche Grenzen, Kontrolle, Auswirkungen auf die Psyche", erklärt Kalsi Kos, Associate Professor an der University of Georgia und Mitautor der Studie.

Die Beziehung zwischen Eltern und Töchtern, die aktiv soziale Netzwerke nutzen, wurde besonders verschlechtert - in dieser Zeit beginnen sie, sich emotional von der Familie zu distanzieren und sich auf Gleichaltrige zu konzentrieren, auch im digitalen Raum.

Interessanterweise verursachten Videospiele und das Anschauen von YouTube-Videos keine ähnlichen Probleme - es waren die sozialen Netzwerke, die zur Hauptquelle von Unstimmigkeiten wurden.

Die zweite Studie enthüllte einen noch beunruhigenderen Trend: Je früher ein Kind ein Smartphone bekommt, desto weniger ist es geneigt, seine Emotionen mit den Eltern zu teilen, insbesondere zu einem Zeitpunkt, an dem die ersten Anzeichen von Angst und Depression möglich sind.

"Das Smartphone kann in den wichtigsten Jahren eine Barriere zwischen Eltern und Kindern schaffen. Die Eltern bemerken einfach nicht, dass es dem Kind nicht gut geht", sagte Niyantri Ravindran, Assistenzprofessorin für Entwicklungspsychologie und Projektleiterin.

Die Ergebnisse zeigten, dass Jugendliche, die das Telefon früh erhalten hatten, sich eher zurückzogen und seltener über ihren inneren Zustand sprachen, was es für Familien oder Fachleute schwierig machte, rechtzeitig einzugreifen.

Die Forscher betonen, dass es heute fast unmöglich ist, ein Kind vollständig von der Technologie abzuschirmen. Aber den Kauf des ersten Smartphones zumindest bis zur Pubertät hinauszuzögern, ist eine vernünftige Maßnahme. Außerdem ist es wichtig, dass:

  • die gesamte Bildschirmzeit zu begrenzen,

  • die Interaktion in der Familie zu betonen,

  • ein Umfeld zu schaffen, in dem ein Kind ohne Angst über seine Gefühle sprechen kann.

"Die Familie spielt immer noch eine Schlüsselrolle, aber Teenager suchen zunehmend online nach Unterstützung. Unsere Herausforderung besteht darin, mit ihnen in Kontakt zu bleiben", fasst der Hauptautor der Studie, Cory Carvalho, zusammen.

Elena Rasenko

Elena Rasenko schreibt über Neuigkeiten aus Wissenschaft, gesunder Lebensweise und Psychologie und teilt ihre Tipps und Tricks zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.