Grönland ohne Eis und Schnee? Wissenschaftler enthüllen schockierende Fakten über die Vergangenheit der Arktis

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Arktische Sensation: Grönland war einst warm und grün!
Robbie Shone
21:00, 22.10.2025

Einzigartige Höhlen in Nordgrönland haben eines der wichtigsten Klimaarchive der Arktis freigelegt.



Wissenschaftler der Universität Innsbruck (Österreich) unter der Leitung der Geologen Gina Moseley, Gabriella Koltai und Jonathan Baker haben in der Cove Cave Sedimente entdeckt, die beweisen, dass die Region vor Millionen von Jahren deutlich wärmer und frei von Permafrost war.

Die Studie, die in Nature Geoscience veröffentlicht wurde, wirft ein Licht auf das Klima des späten Miozäns (vor etwa 11-5 Millionen Jahren), einer Zeit, in der der Kohlendioxidgehalt und die atmosphärischen Temperaturen ähnlich hoch waren wie die für die kommenden Jahrzehnte vorhergesagten.

Die Cove Cave befindet sich in einer der unzugänglichsten Ecken der Erde, an der Nordküste Grönlands. Sie kann nur mit einem kleinen Flugzeug und dann zu Fuß durch wilde, unbewohnte Gebiete erreicht werden. Im Inneren der Höhle entdeckten die Wissenschaftler Kalzitablagerungen, die sich nur bei positiven Temperaturen und in Gegenwart von fließendem Wasser bilden können. Dies lieferte den entscheidenden Beweis dafür, dass es hier in der Vergangenheit keinen Permafrost gab und das Klima viel feuchter war.

"Diese Sedimente sind wie kleine Zeitmaschinen", sagt Moseley. - Sie beweisen, dass Nordgrönland einst warm und eisfrei war."

Die Analysen zeigen, dass es in Nordgrönland zwischen 9,5 und 5,3 Millionen Jahren zumindest mehrere Phasen mit warmem und feuchtem Klima gab. Die durchschnittliche Jahrestemperatur war in diesen Perioden etwa 14°C höher als heute, und der CO₂-Gehalt in der Atmosphäre lag bei über 310 ppm. Zwischen den warmen Phasen kühlte sich das Klima ab und es bildeten sich kleine Gletscher.

Dies zeigt, dass die Arktis sehr empfindlich auf Veränderungen der äußeren Bedingungen reagiert. "Dies ist das erste Mal, dass wir ein so detailliertes Klimaarchiv aus der Hocharktis haben, und es stimmt auffallend gut mit den Meeresdaten überein", sagt Moseley.

Vor dem Hintergrund der heutigen Erwärmung sind die Daten aus den grönländischen Höhlen besonders wichtig. Schon heute übersteigen die CO₂-Konzentrationen die Werte, bei denen der Permafrost im späten Miozän aufgetaut ist. Und diese Permafrostböden enthalten gigantische Kohlenstoffvorräte, die als Methan und Kohlendioxid freigesetzt werden können und den Treibhauseffekt verstärken.

"Die Arktis ist kein stabiles System. Sie kann sich sehr schnell verändern", betont Moseley. - Jedes Zehntel eines Grades ist wichtig. Und jeder Schritt zur Reduzierung der Emissionen ist wichtig, um gefährliche Rückkopplungen zu vermeiden."

Myroslav Tchaikovsky
schreibt über Archäologie bei SOCPORTAL.INFO

Unabhängiger Forscher, der sich für Archäologie und sakrale Geografie interessiert. Er erforscht diese Themen und schreibt über sie.

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