Halb Männchen, halb Weibchen: eine einzigartige Spinne aus Thailand
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Wissenschaftler haben in einem Waldgebiet in der Nähe des Bezirks Phanom Thuan in der Provinz Kanchanaburi im Westen Thailands eine neue Spinnenart entdeckt.
Die ungewöhnlichen Exemplare wurden in das Naturhistorische Museum der Chulalongkorn Universität gebracht, wo sie sorgfältig unter einem Stereomikroskop untersucht wurden.
Nach dem Vergleich morphologischer Merkmale mit anderen Vertretern kamen die Forscher zu dem Schluss, dass die gefundenen Spinnen wahrscheinlich zur Gattung Damarchus gehören - einer Gruppe von migalomorphen Spinnen, die dafür bekannt sind, Y-förmige Höhlen (oder "Gabeln") in den Boden zu graben und darin auf Beute zu warten. Trotz morphologischer Ähnlichkeiten sind für eine endgültige Bestätigung der Gattungszugehörigkeit molekulare Daten erforderlich.
Die Wissenschaftler haben ihre Arbeit in der Fachzeitschrift Zootaxa veröffentlicht. Eine der überraschendsten Entdeckungen war das Vorhandensein von Gynandromorphen, einer seltenen Form, bei der der Organismus aus Hälften besteht, die verschiedenen Geschlechtern angehören.
Bei der neuen Art sind Männchen und Weibchen sehr unterschiedlich: das Männchen erreicht nur eine Länge von etwa 1,5 cm, während das Weibchen bis zu 2,5 cm groß wird. Die Männchen sind mit einer weißen Substanz unbekannter Natur bedeckt und haben eine graue Farbe. Die Weibchen hingegen sind leuchtend orangefarben und haben keinen weißen Belag.
Das unter den Exemplaren gefundene intersexuelle Exemplar ist symmetrisch geteilt: eine Körperhälfte entspricht dem Männchen (mit weißer Färbung) und die andere dem Weibchen (mit orangefarbener Färbung). Diese Art von Gynandromorphismus wird als bilateral bezeichnet. Im Gegensatz zu Hermaphroditen haben gynandromorphe Tiere deutlich ausgeprägte Merkmale beider Geschlechter an den Seiten des Körpers.
Zu Ehren dieser einzigartigen Eigenschaft wurde die Art Damarchus inazuma genannt - nach der Figur Inazume aus dem Manga "One Piece", die das Geschlecht wechseln kann. Die Wissenschaftler stellten eine visuelle Ähnlichkeit fest: im Manga ist die linke Seite der Figur orange gefärbt und die rechte Seite weiß, was den Geschlechtsmerkmalen der Spinne entspricht.
Dies ist der erste gemeldete Fall von Gynandromorphismus in der Familie der Bemmeridae und erst der dritte unter den mygalomorphen Spinnen. Zuvor wurden solche Merkmale nur bei der Familie Theraphosidae (Vogelspinnen) beobachtet.
Die Gründe für das Auftreten von Gynandromorphen sind noch nicht vollständig geklärt. Eine Hypothese besagt, dass dies auf den Verlust eines oder mehrerer X-Chromosomen in der Zygote in einem frühen Entwicklungsstadium zurückzuführen sein könnte. Unter anderem wurden parasitäre Infektionen als mögliche Auslöser dieser Störung identifiziert.
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