Wie Paracetamol während der Schwangerschaft das ADHS-Risiko des Kindes beeinflussen kann: neue Erkenntnisse von Wissenschaftlern
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Eine aktuelle Studie von Wissenschaftlern der University of Washington legt einen möglichen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Paracetamol während der Schwangerschaft und einem erhöhten Risiko einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) beim Kind nahe.
Die Ergebnisse beruhen auf der Analyse der mütterlichen Blutkonzentrationen von Paracetamol-Metaboliten und der Korrelation dieser Werte mit ADHS-Diagnosen bei Kindern im Alter von 8-10 Jahren.
Studie: Brennan H. Baker et al, "Associations of maternal blood biomarkers of prenatal APAP exposure with placental gene expression and child attention deficit hyperactivity disorder", Nature Mental Health (2025). DOI: 10.1038/s44220-025-00387-6
Die wichtigsten Punkte der Studie
Zusammensetzung der Stichprobe
Die Teilnehmer waren 307 afroamerikanische Mutter-Kind-Paare aus der CANDLE-Kohorte (Conditions Affecting Neurocognitive Development and Learning in Early Childhood). Die Forscher glichen Blutplasmaproben von Frauen im zweiten Trimester der Schwangerschaft mit medizinischen Aufzeichnungen über den Gesundheitszustand ihrer Kinder ab.Metaboliten von Paracetamol
Die Metabolomanalyse ergab, dass 20,2 % der Mütter APAP-spezifische Metaboliten in ihrem Blut hatten. Die Kinder dieser Mütter hatten ein 3,15-fach höheres Risiko für ADHS (95% CI: 1,20-8,29) als die Kinder, deren Mütter dem Medikament nicht ausgesetzt waren.Geschlechtsspezifische Unterschiede
Statistisch gesehen wiesen die Mädchen in der APAP-exponierten Gruppe ein noch höheres Risiko auf (6,16-fach), während bei den Jungen die Korrelation schwächer war und keine Signifikanz erreichte.Auswirkung auf die Plazenta-Gene
In einer Untergruppe von 174 Müttern und Kindern wurde die Genexpression in der Plazenta analysiert. Es wurden Veränderungen festgestellt, die vom Geschlecht des Kindes abhingen. Bei Mädchen, die vor der Geburt Paracetamol ausgesetzt waren, wurden Immunwege aktiviert, einschließlich einer erhöhten Transkription des Gens IGHG1 (Immunoglobulin schwere Kette gamma 1). Auch die Aktivität der mitochondrialen oxidativen Phosphorylierung (mitochondrial oxidative phosphorylation), die schon früher mit neurologischen Beeinträchtigungen in Verbindung gebracht wurde, war verringert.Mögliche Erklärung
Die Wissenschaftler glauben, dass eine erhöhte Expression von IGHG1 und damit verbundenen Immunkaskaden die erhöhte Wahrscheinlichkeit von ADHS teilweise erklären könnte. Und der Effekt wurde auch dann beobachtet, wenn andere Faktoren berücksichtigt wurden, nicht nur der Paracetamolkonsum selbst.
Praktische Schlussfolgerung
Die Ergebnisse stimmen mit früheren Studien überein, die über mögliche negative Auswirkungen der pränatalen Paracetamol-Einnahme auf die neurologische Entwicklung des Kindes berichteten. Allerdings stützten sich viele der älteren Studien nur auf die Aussagen der Mütter über die Einnahme des Medikaments. Im Gegensatz dazu wurden bei diesem Projekt objektive Bluttests verwendet, wodurch das Risiko einer Verzerrung verringert wird.
Die Wissenschaftler betonen, dass Paracetamol zwar weithin als relativ sicher gilt, dass aber weitere Forschungen erforderlich sind - insbesondere über die Wechselwirkung zwischen Genetik, Geschlecht des Kindes und der eingenommenen Menge des Medikaments. Nichtsdestotrotz untermauern die Ergebnisse die Forderung nach einer umsichtigeren Verwendung von Paracetamol während der Schwangerschaft, sofern dies nicht unbedingt erforderlich ist.
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Elena Rasenko schreibt über Neuigkeiten aus Wissenschaft, gesunder Lebensweise und Psychologie und teilt ihre Tipps und Tricks zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.












