Wissenschaftler finden heraus, warum die Immuntherapie nicht allen Krebspatienten hilft
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Die Immuntherapie gilt als einer der vielversprechendsten Bereiche der Krebsbehandlung, aber sie hilft nicht allen Patienten.
Wissenschaftler der Universität von Montreal und des Montreal Clinical Research Institute (IRCM) haben herausgefunden, dass die Ursache in viel komplexeren Mechanismen des Immunsystems liegt als bisher angenommen. Die Ergebnisse sind in der Zeitschrift Science Immunology veröffentlicht .
Das menschliche Immunsystem verfügt über eingebaute "Bremsen" - sogenannte hemmende Kontrollpunkte (Immun-Checkpoints), die es daran hindern, seine eigenen gesunden Zellen anzugreifen. Krebszellen haben jedoch gelernt, diese Mechanismen zu ihrem Vorteil zu nutzen, indem sie Signale aussenden, die die Aktivität der Immunzellen blockieren.
Aktuelle Immuntherapie-Medikamente wie Checkpoint-Inhibitoren zielen darauf ab, diese "Bremsen" zu entfernen, damit das Immunsystem den Tumor erkennen und zerstören kann. Aber wie die neue Arbeit zeigt, funktioniert dieser Ansatz nicht immer, weil die Hemmmechanismen komplexer und vielfältiger sind als erwartet.
Die Forscher konzentrierten sich auf zwei Schlüsselmoleküle - SIRPα, das auf der Oberfläche von Immunzellen (Makrophagen) zu finden ist, und CD47, das auf vielen Zellen im Körper vorkommt, auch auf Tumorzellen. Ihre Interaktion erzeugt ein "Fass mich nicht an"-Signal, das Makrophagen daran hindert, Krebszellen zu verschlingen und zu zerstören.
Die Wissenschaftler blockierten die Interaktion zwischen SIRPα und CD47 und das hemmende Signal wurde tatsächlich schwächer - um etwa die Hälfte. Aber der Rest des Signals verschwand nicht, selbst wenn CD47 vollständig deaktiviert wurde. Das bedeutet, dass SIRPα die Immunantwort auch auf andere Weise als durch Interaktion mit CD47 unterdrücken kann.
Laut dem Hauptautor der Studie , Zhenghai Tang, der zuvor im Labor von Professor André Veyette am IRCM gearbeitet hat, erklärt dies, warum bestehende Medikamente, die nur CD47 blockieren, nur eine begrenzte Wirksamkeit aufweisen.
"Um eine Immuntherapie wirklich wirksam zu machen, müssen wir alle Wege verstehen, über die SIRPα die Immunität unterdrückt", sagt Tan. - "Nur dann können wir Medikamente entwickeln, die diesen Krebsabwehrmechanismus vollständig 'ausschalten' können."
Die Wissenschaftler stellen fest, dass ihre Entdeckung zeigt, wie komplex das menschliche Immunsystem ist. Um präzisere und sicherere Behandlungen zu entwickeln, ist es wichtig, die molekularen Interaktionen innerhalb der Zellen zu verstehen und die Laborergebnisse besser an die reale klinische Praxis anzupassen.
"Diese Erkenntnisse eröffnen den Weg zu neuen, stärker personalisierten Ansätzen in der Onkologie, mit denen mehr Patienten geholfen werden kann", betont Professor Vejette.
Die Entdeckung der Forscher aus Montreal stellt die Wirksamkeit der Immuntherapie nicht in Frage, aber sie zeigt, dass die Krebsbekämpfung ein besseres Verständnis der inneren Abläufe der Immunkontrolle erfordert - und dieses Wissen wird dazu beitragen, die nächste Generation von Medikamenten zu entwickeln.
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Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.













