Alltägliche Sprache kann mehr über die Gesundheit des Gehirns aussagen als Tests
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Die Alltagssprache eines Menschen kann uns mehr über den Zustand seines Gehirns verraten, als es scheint.
Forscher von Baycrest, der University of Toronto und der York University haben herausgefunden, dass selbst die kleinsten Merkmale der gesprochenen Sprache - wie Pausen, Zögern, parasitäre Wörter ("eh", "na ja") und die Geschwindigkeit der Äußerung - eng mit den sogenannten exekutiven Funktionen des Gehirns verbunden sind, die für Gedächtnis, Planung und Flexibilität des Denkens verantwortlich sind.
Die im Journal of Speech, Language, and Hearing Research veröffentlichte Arbeit ist eine der ersten, die einen direkten Zusammenhang zwischen natürlichen Sprachmustern und menschlichen kognitiven Fähigkeiten aufzeigt. Dies eröffnet neue Möglichkeiten für die Diagnose von Hirnleistungsstörungen und die Früherkennung von Demenz.
"Sprache ist nicht nur eine Frage des Stils, sondern ein empfindlicher Indikator für die Gesundheit des Gehirns", erklärt Dr. Jed Meltzer, Hauptautor der Studie und leitender Forscher am Rothman Institute for Research von Baycrest.
Wie Sprache die Gehirnfunktion widerspiegelt
In dem Experiment wurden die Teilnehmer gebeten, komplexe Illustrationen mit ihren eigenen Worten zu beschreiben. Anschließend absolvierten sie standardisierte Tests zur Bewertung der exekutiven Funktionen. Mithilfe von künstlicher Intelligenz analysierten die Wissenschaftler die Audioaufnahmen und identifizierten Hunderte von Parametern - Pausenlänge, Häufigkeit von Störwörtern, Sprachrhythmus und Äußerungsgeschwindigkeit.
Die Analyse zeigte, dass diese Sprachmerkmale die Ergebnisse der kognitiven Tests mit hoher Genauigkeit vorhersagten, selbst nach Berücksichtigung von Alter, Geschlecht und Bildungsstand.
Es ist bekannt, dass die exekutiven Funktionen mit dem Alter abnehmen und in den frühen Stadien der Demenz oft beeinträchtigt sind. Herkömmliche Tests erfassen diese Veränderungen jedoch nicht immer genau: Sie brauchen Zeit, hängen von der Erfahrung des Teilnehmers ab und unterliegen einem "Gewöhnungseffekt".
Ein neues Werkzeug für die Frühdiagnose
Im Gegensatz zu Labortests ist die natürliche Sprache ein gewohnheitsmäßiges und leicht messbares Verhalten, das wiederholt, ohne Druck und unter realen Bedingungen analysiert werden kann. So kann die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung - ein wichtiger Indikator für die kognitive Gesundheit - überwacht werden, ohne dass künstliche Zeitlimits erforderlich sind.
"Unsere Ergebnisse ebnen den Weg für neue Instrumente, mit denen Veränderungen der kognitiven Funktionen in Kliniken oder sogar zu Hause überwacht werden können. Eine frühzeitige Diagnose ist besonders wichtig, denn Demenz entwickelt sich allmählich, und ein Eingreifen in den ersten Stadien kann das Fortschreiten verlangsamen", betont Dr. Meltzer.
Die Wissenschaftler fordern eine langfristige Nachbeobachtung, um die Sprache derselben Personen über die Jahre hinweg zu überwachen und die natürliche Alterung von frühen Anzeichen einer Krankheit zu unterscheiden. Für die Zukunft planen sie, die Sprachanalyse mit anderen Biomarkern zu kombinieren, um die Diagnose genauer und erschwinglicher zu machen.
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Elena Rasenko schreibt über Neuigkeiten aus Wissenschaft, gesunder Lebensweise und Psychologie und teilt ihre Tipps und Tricks zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.













