Depressionen haben möglicherweise eine körperliche Ursache - Wissenschaftler
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Früher dachten wir, dass psychische Störungen ausschließlich im Kopf stattfinden. Dies ist jedoch nicht der Fall.
Eine neue Studie der Universität von Bristol legt jedoch nahe, diese Ansicht zu überdenken. Die Forscher haben herausgefunden, dass Depressionen, Schizophrenie, bipolare Störungen und sogar die Alzheimer-Krankheit mit Anomalien im Immunsystem zusammenhängen können.
Mit anderen Worten: Geist und Körper sind ein System, und Entzündungen im Körper können sich auf unsere geistige Gesundheit auswirken.
Die Studie wurde in der Zeitschrift Molecular Psychiatry veröffentlicht.
Details: Christina Dardani et al, Immunological drivers and potential novel drug targets for major psychiatric, neurodevelopmental, and neurodegenerative conditions, Molecular Psychiatry (2025). DOI: 10.1038/s41380-025-03032-x
Was genau wurde entdeckt?
Die Wissenschaftler untersuchten 735 Immunproteine, die im menschlichen Blut gemessen werden können, und ordneten sie sieben häufigen neuropsychiatrischen Diagnosen zu: Depression, Angst, Schizophrenie, bipolare Störung, Alzheimer-Krankheit, Autismus und ADHS.
Im Ergebnis identifizierten sie 29 Proteine, die wahrscheinlich eine kausale Rolle bei diesen Krankheiten spielen. Von diesen Proteinen werden 20 bereits als Zielproteine in Therapien für andere Erkrankungen eingesetzt, d.h. wir haben bereits Medikamente, die möglicherweise zur Behandlung psychischer Störungen eingesetzt werden könnten.
Warum das wichtig ist
Heute werden die meisten Patienten mit Depressionen oder Schizophrenie mit Medikamenten behandelt, die auf Serotonin und Dopamin wirken - die wichtigsten "Glücksbotenstoffe" im Gehirn. Aber statistisch gesehen wirkt eines von drei dieser Medikamente nicht.
Dies zwingt die Wissenschaftler dazu, nach anderen Erklärungen und Mechanismen zu suchen. Eine neue Studie zeigt: Entzündungen - eine Immunreaktion des Körpers und des Gehirns - könnten Teil der Ursache sein.
Wie Professor Ghulam Khandaker, einer der Autoren der Studie, es ausdrückt:
"Wir haben gezeigt, dass Entzündungen im Körper und im Gehirn das Risiko psychiatrischer Störungen beeinflussen können. Dies verändert das Verständnis dieser Erkrankungen - wir sollten sie jetzt als Krankheiten des gesamten Körpers und nicht nur des Gehirns betrachten."
Wie geht es jetzt weiter?
Die Forscher werden die Ergebnisse mit anderen Methoden überprüfen: Analyse von Krankenakten, Tierversuchen und klinischen Studien am Menschen. Dies wird helfen herauszufinden
wie genau Entzündungen psychiatrische Symptome verursachen,
ob sie durch gezielte Eingriffe in das Immunsystem behandelt werden können,
welche Medikamente bereits geeignet sind und welche von Grund auf neu entwickelt werden müssen.
Wenn sich die Hypothese bestätigt, könnte uns eine Revolution in der Behandlung von Depressionen und Schizophrenie bevorstehen - der Ansatz wird präziser und die Therapien werden wirksamer.
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Elena Rasenko schreibt über Neuigkeiten aus Wissenschaft, gesunder Lebensweise und Psychologie und teilt ihre Tipps und Tricks zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.












