Was sollten Sie in einer Dating-App über sich selbst schreiben, damit man auf Sie aufmerksam wird?
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Ein leerer Profilbogen in einer Dating-App kann potenzielle Partner ebenso abschrecken wie eine übermäßig offenherzige Schilderung der eigenen Person. Zu diesem Schluss kamen Psychologen, die untersucht haben, wie sich die Menge an persönlichen Informationen im Profil auf den ersten Eindruck und das Interesse an einer Kontaktaufnahme auswirkt.
Die Untersuchung ergab, dass Profile die größte Sympathie hervorrufen, in denen sich die Person in Maßen offenbart: Sie beschränkt sich nicht auf ein paar allgemeine Sätze, verwandelt ihr Profil aber auch nicht in eine ausführliche Autobiografie.
Was die Wissenschaftler herausfanden
Die Forscher führten drei Experimente durch, um zu verstehen, wie sich der Umfang persönlicher Informationen in einem Profil auf die Attraktivität eines potenziellen Partners auswirkt.
Im ersten Experiment wurden den Teilnehmern drei Versionen desselben Profils gezeigt, die sich lediglich in der Menge der Informationen über den Profilinhaber unterschieden.
Am attraktivsten erwies sich das Profil mit einem mittleren Informationsumfang. 52 % der Teilnehmer bevorzugten dieses, während 26 % die kurzen Profile und 22 % die übermäßig detaillierten wählten.
Dabei hatten ausführlichere Profile praktisch keinen Einfluss auf die körperliche Attraktivität einer Person. Hingegen veränderten sie die Wahrnehmung ihrer Persönlichkeit deutlich.
Personen, die etwas ausführlicher über sich selbst berichteten, wurden häufiger als offen, aufrichtig und auf eine ernsthafte Beziehung ausgerichtet eingeschätzt.
Warum ein leeres Profil den Kürzeren zieht
Den Autoren der Studie zufolge spielt Selbstoffenbarung eine wichtige Rolle beim Aufbau von Vertrauen zwischen Menschen.
Sind zu wenige Informationen vorhanden, entsteht der Eindruck, dass die Person kein Interesse an einer Bekanntschaft hat oder absichtlich etwas verheimlicht.
Andererseits kann auch eine übermäßig lange Beschreibung dem Verfasser des Profils schaden. Eine große Menge an Details überfordert den Leser und lässt weniger Raum für weitere Kommunikation und gegenseitiges Kennenlernen.
Genau aus diesem Grund hat sich das Prinzip des „goldenen Mittelwegs“ als besonders attraktiv erwiesen.
Es gibt jedoch eine wichtige Nuance
Im Rahmen des dritten Experiments stellten die Forscher eine interessante Besonderheit fest.
Wenn in dem Profil die Absichten der Person ausdrücklich angegeben wurden – beispielsweise die Suche nach einer ernsthaften Beziehung oder einer kurzen Affäre –, verschwand der Effekt des „goldenen Mittelwegs“ praktisch.
In diesem Fall wurden ausführliche Profile nicht mehr als Nachteil wahrgenommen. Im Gegenteil: Eine große Menge an Informationen wurde häufiger als Zeichen von Aufrichtigkeit und Bereitschaft zu emotionaler Nähe gewertet.
Dies bedeutet, dass es kein allgemeingültiges Rezept für ein ideales Profil gibt. Wie ein Profil wahrgenommen wird, hängt nicht nur vom Umfang der Informationen ab, sondern auch davon, welche Ziele die Person bei der Partnersuche angibt.
Die Studie weist Einschränkungen auf
Die Autoren weisen darauf hin, dass ihre Arbeit unter Laborbedingungen durchgeführt wurde.
Die Teilnehmer bewerteten von den Forschern eigens erstellte Profile und keine echten Nutzerprofile aus Dating-Apps. Zudem handelte es sich bei den meisten Freiwilligen um junge Menschen, weshalb die Ergebnisse noch an einer vielfältigeren Zielgruppe und anhand von Daten echter Dating-Dienste überprüft werden müssen.
Dennoch zeigt die Studie, dass der erste Eindruck nicht nur von Fotos abhängt, sondern auch davon, wie genau eine Person über sich selbst berichtet.
Warum dies wichtig ist
Heutzutage knüpfen Millionen von Menschen ihre ersten Kontakte über Dating-Apps, wo die Entscheidung, ein „Like“ zu vergeben oder eine Nachricht zu schreiben, oft innerhalb weniger Sekunden getroffen wird.
Die gewonnenen Erkenntnisse können den Entwicklern von Dating-Diensten dabei helfen, erfolgreichere Vorschläge zum Ausfüllen des Profils zu erstellen, und den Nutzern verdeutlichen, dass einige konkrete Angaben über sich selbst in der Regel besser wirken als ein völlig leeres Profil oder eine übermäßig lange Beschreibung.
Quelle
Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Current Psychology“ veröffentlicht.
Titel: Zu viele Informationen oder zu wenige? Wie Selbstoffenbarung in Online-Dating-Profilen die Anziehungskraft und Beziehungsabsichten beeinflusst.
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Elena Rasenko schreibt über Neuigkeiten aus Wissenschaft, gesunder Lebensweise und Psychologie und teilt ihre Tipps und Tricks zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.













