Warum hat sich der Bestand der Riesenbären in Portugal nach und nach fast um die Hälfte verringert?
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Vor etwa 22.000 Jahren durchstreiften Braunbären das Gebiet des heutigen Portugals, die fast 400 Kilogramm wogen – um ein Vielfaches mehr als die meisten heutigen Vertreter dieser Art auf der Iberischen Halbinsel. Im Laufe von Jahrtausenden haben diese Riesen jedoch allmählich an Größe verloren.
Eine neue Studie hat gezeigt, dass das Gewicht der iberischen Braunbären um mehr als 40 % zurückgegangen ist. Die Wissenschaftler vermuten, dass Umweltveränderungen und der jahrhundertelange Druck durch den Menschen dazu beigetragen haben könnten, obwohl es noch keine endgültige Antwort darauf gibt. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology“ veröffentlicht.
Riesen der Eiszeit
Die Forscher untersuchten Hunderte von Knochen von Braunbären, die in Höhlen in Portugal gefunden wurden.
Einer der beeindruckendsten Funde war das Skelett eines etwa 22.000 Jahre alten Männchens, das nach Schätzungen der Wissenschaftler etwa 385 Kilogramm wog. Es handelt sich um einen der größten Braunbären, die jemals auf der Iberischen Halbinsel entdeckt wurden.
Noch ältere Bären aus der Höhle von Furninha, die vor etwa 80.000 Jahren lebten, zeichneten sich ebenfalls durch ihre enorme Größe aus. Viele von ihnen wogen über 300 Kilogramm, und ihre massiven Knochen erinnerten an die Überreste der berühmten Höhlenbären.
Wohin sind die Riesen verschwunden?
Nach dem Ende der letzten Eiszeit begannen die Tiere allmählich kleiner zu werden.
Im frühen Holozän, vor etwa 12.000 bis 8.000 Jahren, wogen die männlichen Braunbären im Nordwesten Spaniens etwa 260 Kilogramm, die weiblichen etwa 140 Kilogramm.
Heute beträgt das Durchschnittsgewicht der Männchen des iberischen Braunbären etwa 144 Kilogramm und das der Weibchen 102 Kilogramm.
Somit hat sich das Gewicht der Männchen um mehr als 40 % und das der Weibchen um mehr als 25 % verringert.
Warum die Bären kleiner geworden sind
Die Autoren sind der Ansicht, dass sich dieser Trend nicht allein durch den Klimawandel erklären lässt.
Ihrer Ansicht nach könnte die langjährige Koexistenz von Mensch und Bären eine wichtige Rolle gespielt haben.
Zunächst begannen die Menschen, dieselben Höhlen zu nutzen, in denen die Tiere ihre Winterhöhlen einrichteten. Später führte die Entwicklung der Landwirtschaft zu einem Rückgang der Waldflächen, und das Aufkommen von Schusswaffen erleichterte die Jagd erheblich.
Die Forscher vermuten, dass in erster Linie die größten und mutigsten Tiere starben, während kleinere Bären seltener in gefährliche Konfrontationen mit Menschen gerieten und häufiger Nachkommen hinterließen.
Die Autoren betonen jedoch: Dies ist bislang nur eine Arbeitshypothese, die weiterer Bestätigungen bedarf.
Nicht nur der Mensch
Es gibt auch andere mögliche Erklärungen.
Beispielsweise könnten die alten Riesenbären zu einer anderen Population gehört haben als die heutigen iberischen Braunbären.
Zudem könnte die Größe der Tiere von ihrer Ernährung abhängen. Eine fleischlastigere Ernährung oder ein hoher Fischanteil können zu einer Zunahme des Körpergewichts beitragen.
Aufklärung hierüber sollen Untersuchungen der alten DNA sowie chemische Analysen der Knochen liefern, die Wissenschaftler in Zukunft durchführen wollen.
Warum es in Portugal keine Höhlenbären gab
Ein weiteres unerwartetes Ergebnis war das Fehlen von Überresten von Höhlenbären (Ursus spelaeus) in Portugal.
Diese Tiere waren während der Eiszeit in Europa weit verbreitet, doch auf dem Gebiet des heutigen Portugals wurden bislang keine Spuren von ihnen gefunden.
Die Autoren vermuten, dass Braunbären möglicherweise einen Teil der ökologischen Nische ihrer größeren Verwandten eingenommen haben, was auch zu ihrer ungewöhnlich großen Körpergröße beigetragen haben könnte.
Warum dies wichtig ist
Braunbären spielen eine Schlüsselrolle in Ökosystemen.
Sie regulieren die Bestände bestimmter Tierarten, nehmen Wölfen Beute weg und verbreiten eine enorme Menge an Pflanzensamen. Den Autoren der Studie zufolge kann ein einziger Bärenkot mehr als 70.000 Samen enthalten, von denen sich Dutzende Arten von Vögeln und kleinen Säugetieren ernähren.
Das Verständnis dafür, wie sich die Bären in der Vergangenheit verändert haben, wird dazu beitragen, die heutigen Populationen, deren Bestände nach wie vor gering sind, besser zu schützen.
Quelle
Zeitschrift: Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology.
Titel der Studie: Pleistocene brown bears from Portugal: Morphometric trends, paleoenvironmental drivers and paleobiological inferences.
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Mykola Potyka verfügt über ein breites Spektrum an Kenntnissen und Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen. Mykola schreibt auf interessante Weise über Dinge, die ihn interessieren.











