Der Duft von dunkler Schokolade half den Männern, im Fitnessstudio mehr Wiederholungen zu absolvieren
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Schokolade muss man vor dem Training nicht unbedingt essen – manchmal reicht es schon, daran zu riechen. In einem kleinen Experiment schafften Männer, die vor ihren Sätzen am Trainingsgerät den Duft von dunkler Schokolade einatmeten, mehr Wiederholungen als die Teilnehmer der Kontrollgruppe.
Das Interessanteste daran: Sie hatten nicht das Gefühl, intensiver zu trainieren. Der Geruch von dunkler Schokolade ging mit einem geringeren Hungergefühl, einem geringeren Verlangen nach Essen und einem stärkeren Sättigungsgefühl einher.
Die Studie wurde in „Frontiers in Physiology“ veröffentlicht.
Die Schlussfolgerungen sollten jedoch mit Vorsicht interpretiert werden. Dies ist kein Ratschlag, hungrig ins Fitnessstudio zu gehen und statt zu essen an Schokolade zu riechen. An der Studie nahmen lediglich 23 junge Männer teil; es wurde nur eine Übung durchgeführt – Beinstrecken am Trainingsgerät –, und der Wirkmechanismus ist bislang noch nicht nachgewiesen.
Details
Die Forscher untersuchten, ob der Geruch von Essen nicht nur den Appetit, sondern auch die körperliche Leistungsfähigkeit beeinflussen kann. Dazu luden sie 23 gesunde, mäßig trainierte Männer im Alter von etwa 18 bis 26 Jahren ein.
Alle Teilnehmer hatten mindestens 10 Stunden vor dem Experiment nichts gegessen. Anschließend führten sie die Beinstreckübung durch – im Sitzen auf dem Trainingsgerät hoben sie das Gewicht durch Strecken der Knie an.
Vor der Übung und zwischen den Sätzen atmeten die Teilnehmer eine von drei Proben ein: dunkle Schokolade mit 90 % Kakaoanteil, Milchschokolade mit 60 % Kakaoanteil oder geruchloses Wasser als Kontrolle.
Was geschah
Der Geruch von dunkler Schokolade war mit dem besten Ergebnis verbunden. Die Teilnehmer, die daran rochen, schafften etwa 18 Wiederholungen mehr als in der Kontrollbedingung mit Wasser.
Auch der Geruch von Milchschokolade führte zu einer Leistungssteigerung, wenn auch in geringerem Maße – etwa 9 zusätzliche Wiederholungen im Vergleich zur Kontrollbedingung.
Dabei gaben die Männer nicht an, dass die Belastung schwerer geworden sei. Das heißt, sie leisteten mehr Arbeit, hatten aber subjektiv nicht das Gefühl, sich stärker anzustrengen.
Warum wirkte dunkle Schokolade stärker?
Dunkle Schokolade duftet nicht nur angenehm. Im Experiment wirkte sie sich insbesondere stärker auf den Appetit aus: Nach dem Einatmen ihres Dufts verspürten die Teilnehmer weniger Hunger, weniger Verlangen nach Essen und ein stärkeres Sättigungsgefühl.
Milchschokolade wurde als angenehmerer Geruch empfunden, reduzierte den Hunger jedoch nicht so deutlich. Daher vermuten die Autoren, dass diese beiden Gerüche unterschiedlich gewirkt haben könnten.
Dunkle Schokolade mit hohem Kakaoanteil könnte vom Körper als Signal für eine „reichhaltige“, sättigende Mahlzeit wahrgenommen worden sein. Sie weckte gewissermaßen im Voraus die Erwartung von Sättigung. Milchschokolade wirkte möglicherweise eher als angenehmer Anreiz, der die Stimmung verbesserte und das Training angenehmer machte.
Wie ein Geruch den Hunger „austricksen“ kann
Der Geruch von Lebensmitteln ist eng mit dem Gedächtnis, den Emotionen und dem Appetit verbunden. Hat ein Mensch ein bestimmtes Produkt schon oft gegessen, verknüpft das Gehirn dessen Geruch mit den zu erwartenden Folgen: Geschmack, Sättigung, Genuss.
Daher kann der Geruch von Essen bereits die Vorbereitung auf eine Mahlzeit auslösen, noch bevor der Mensch etwas gegessen hat. Der Körper erhält sozusagen ein Signal: Gleich gibt es etwas zu essen. Dies kann das Hunger- und Sättigungsgefühl verändern.
In dieser Studie vermuten die Autoren, dass der Geruch von dunkler Schokolade die Wahrnehmung vorübergehend von Hunger hin zu Sättigung verschoben haben könnte. Und wenn der Hunger weniger stört, kann das Training auf nüchternen Magen als leichter empfunden werden.
Einschränkungen
Die Studie war vorläufig. Die Stichprobe war klein – insgesamt 23 Teilnehmer. Alle waren Männer und verfügten über gewisse Trainingserfahrung. Daher müssen die Ergebnisse an größeren Gruppen bestätigt werden.
Die Autoren haben zudem weder Hungerhormone noch den Blutzuckerspiegel, die Gehirnaktivität oder die Funktion des Verdauungssystems gemessen. Daher bleibt die Erklärung durch die „Täuschung des Hungergefühls“ vorerst eine Hypothese.
Ein weiterer Aspekt: Das Wasser in der Kontrollgruppe war geruchlos. Die Teilnehmer konnten erkennen, dass sie sich in der Kontrollbedingung befanden, was mitunter das Verhalten und die Erwartungen beeinflusst.
Warum dies wichtig ist
Die Studie zeigt, dass Gerüche das Training nicht nur über die Stimmung, sondern auch über den Appetit beeinflussen können. Dies ist besonders interessant für Situationen, in denen man auf nüchternen Magen trainiert und der Hunger die Ausführung der Übungen beeinträchtigt.
Die praktischen Schlussfolgerungen sind jedoch bislang sehr begrenzt: Der Geruch von dunkler Schokolade könnte ein interessanter sensorischer Reiz sein, der es wert ist, weiter untersucht zu werden. Er ist kein Ersatz für die Ernährung, kein Sportnahrungsergänzungsmittel und kein universelles Mittel zur Leistungssteigerung.
Hintergrund
Wissenschaftler wissen seit Langem, dass Gerüche von Lebensmitteln den Appetit beeinflussen. Sie können den Drang zum Essen verstärken, Erinnerungen wecken, die Stimmung verändern und sogar die Erwartung der Sättigung auslösen.
Der Zusammenhang zwischen dem Geruch von Lebensmitteln, dem Hungergefühl und dem Krafttraining ist jedoch bislang nur unzureichend erforscht. Eine neue Studie hat genau diesen dreifachen Zusammenhang untersucht: Geruch – Appetit – Trainingsleistung.
Die Wahl fiel nicht zufällig auf dunkle Schokolade. Sie hat einen starken, unverwechselbaren Geruch und wird mit einem intensiven Geschmack sowie einem gehaltvollen Produkt assoziiert. Daher konnte sie die Erwartung der Sättigung stärker beeinflussen als ein neutraler Geruch oder Wasser.
Quelle
Studie: „Chocolate Odor Enhances Resistance Exercise Performance through Appetite Suppression in the Fasted State: An Exploratory Study“, Frontiers in Physiology, 2026.
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Mykola Potyka verfügt über ein breites Spektrum an Kenntnissen und Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen. Mykola schreibt auf interessante Weise über Dinge, die ihn interessieren.












