Die Europäische Union hat erläutert, warum sich der Beitrittsprozess der Ukraine verzögert – FT
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Die „Financial Times“ berichtet, dass Brüssel den europäischen Kurs der Ukraine unterstützt, jedoch weitere Reformen für notwendig erachtet. Zu den größten Herausforderungen zählen die Bekämpfung der Korruption und die Erweiterungsbereitschaft der EU selbst.
Die Europäische Union erwägt derzeit noch nicht, die Ukraine im Rahmen eines beschleunigten Verfahrens aufzunehmen. Die größten Hindernisse auf dem Weg zu einer Vollmitgliedschaft sind nach wie vor Probleme im Zusammenhang mit Korruption, der Unabhängigkeit der Justiz und der Einhaltung der Grundsätze der Rechtsstaatlichkeit. Dies berichtet die Financial Times unter Berufung auf europäische Diplomaten.
Korruption bleibt die größte Herausforderung
In Brüssel räumt man ein: Ohne die groß angelegte Invasion Russlands hätte die Ukraine kaum den Status eines EU-Beitrittskandidaten erhalten. Die Gewährung einer Beitrittsperspektive bedeutet jedoch nicht automatisch eine Beschleunigung des Prozesses. Eines der zentralen Themen für die europäischen Partner bleibt das Ausmaß der Korruption im Land sowie die Wirksamkeit der Antikorruptionsreformen.
Man könne kein Land mit rund 40 Millionen Einwohnern in die EU aufnehmen, das im weltweiten Korruptionsranking auf Platz 104 liege. Dies würde das gesamte europäische Projekt ad absurdum führen, zitiert die „Financial Times“ einen hochrangigen EU-Diplomaten.
Gleichzeitig betonen europäische Beamte: Brüssel ist sich der strategischen Bedeutung der Ukraine bewusst und beabsichtigt nicht, Kiew ohne Unterstützung zu lassen. Ihrer Einschätzung nach war das Ziel, den Beitrittsprozess bereits bis 2027 abzuschließen, eher ein politisches Signal und ein Hilferuf als ein realistischer Zeitplan.
Nach dem Ausbruch des umfassenden Krieges in der Ukraine hat die EU-Erweiterungspolitik eine neue Dimension erhalten. Waren früher wirtschaftliche Reformen das Hauptargument, so steht nun die Sicherheitsfrage im Vordergrund, und die europäischen Länder sind daran interessiert, dass die Ukraine mit ihrer Kampferfahrung und ihren starken Streitkräften Teil des gemeinsamen europäischen Sicherheitssystems wird, wie man in Brüssel feststellte.
Wie die Zeitung jedoch anmerkt, liegt das Problem nicht nur in den ukrainischen Reformen. Die Europäische Union selbst ist bislang noch nicht vollständig bereit für eine groß angelegte Erweiterung und die Aufnahme neuer Staaten.
Frankreich und Deutschland schlagen eine schrittweise Integration vor
Um das Problem zu lösen, befürworten Frankreich und Deutschland das Modell der sogenannten schrittweisen Integration. Dieses sieht vor, dass künftige EU-Mitglieder bereits vor ihrem offiziellen Beitritt schrittweise Zugang zu einzelnen Programmen der Union, zum Binnenmarkt und zu den wirtschaftlichen Mechanismen erhalten können.
Ein solcher Ansatz würde es den Beitrittskandidaten ermöglichen, sich tiefer in das europäische System zu integrieren, während gleichzeitig die Anforderungen an die Durchführung von Reformen aufrechterhalten würden.
Die EU-Erweiterung nach 2022
Der Erweiterungsprozess der Europäischen Union befand sich nach dem Beitritt Kroatiens im Jahr 2013 faktisch in einer Pause. Der umfassende Krieg Russlands gegen die Ukraine verlieh den Verhandlungen neuen Schwung.
Zu den Beitrittskandidaten zählen derzeit die Ukraine, Moldawien sowie die Staaten des Westbalkans, darunter Montenegro und Albanien. Gerade Montenegro gilt heute als eines der Länder, die bei der Erfüllung der Anforderungen Brüssels am weitesten fortgeschritten sind, und könnte als erstes den technischen Teil der Verhandlungen abschließen.
Trotz der Unterstützung für die Ukraine auf der Ebene der europäischen Institutionen ist die öffentliche Stimmung innerhalb der EU weiterhin zwiespältig. Jüngsten Umfragen zufolge befürwortet etwa die Hälfte der EU-Bürger den Beitritt der Ukraine zur Union. In einigen Ländern, die sich zuvor aktiv für Kiew eingesetzt hatten, nimmt die Zustimmung jedoch allmählich ab. Insbesondere in Polen spricht sich etwa die Hälfte der Bürger gegen eine EU-Mitgliedschaft der Ukraine aus.
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Elena Rasenko schreibt über Neuigkeiten aus Wissenschaft, gesunder Lebensweise und Psychologie und teilt ihre Tipps und Tricks zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.












