Wissenschaftler haben herausgefunden, wie Kakerlaken „die Ihren“ erkennen

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Der Geruch von Fäkalien hilft Kakerlaken dabei, Mitglieder ihrer Gruppe zu erkennen
Bildnachweis: Erik Karits von Pexels
19:00, 07.08.2026

Junge deutsche Schaben sind in der Lage, sich den charakteristischen Geruch der Gruppe, in der sie geboren wurden, einzuprägen und diesen von den Gerüchen anderer Gruppen zu unterscheiden. Dieser chemische „Fingerabdruck“ entsteht unter anderem durch die Exkremente, die die Nymphen kurz nach dem Schlüpfen fressen. Die Untersuchung hat gezeigt, dass an der Erkennung nicht nur angeborene Reaktionen beteiligt sind, sondern auch Lernen und Gedächtnis.



Unmittelbar nach ihrer Geburt befinden sich im Darm junger Kakerlaken fast keine Bakterien, die sie für ein normales Leben benötigen.

Um diese Bakterien und zusätzliche Nährstoffe zu erhalten, fressen sie die Ausscheidungen erwachsener Kakerlaken aus ihrer Gruppe. Gleichzeitig machen sich die jungen Insekten mit dem charakteristischen Geruch des Ortes vertraut, an dem sie aufgewachsen sind.

Dieser Geruch kann sich von Gruppe zu Gruppe leicht unterscheiden. Er wird durch die Nahrung, die Lebensbedingungen und die Bakterien im Organismus der Kakerlaken beeinflusst.

Details

Wissenschaftler verglichen zwei Gruppen junger Kakerlaken. Die einen lebten nach ihrer Geburt in der Nähe anderer Kakerlaken und ernährten sich von deren Ausscheidungen. Die anderen machten diese Erfahrung nicht.

Die Kakerlaken der zweiten Gruppe zeigten gleichermaßen Interesse an den Gerüchen verschiedener Gruppen. Sie wussten noch nicht, welchen Geruch sie als vertraut betrachten sollten.

Die Insekten jedoch, die in der Nähe ihrer eigenen Gruppe aufgewachsen waren, wählten später häufiger genau deren Geruch. Das bedeutet, dass sie sich diesen einprägten und ihn von fremden Gerüchen unterscheiden konnten.

In einem weiteren Experiment verbanden die Wissenschaftler einen der Gerüche mit süßer Nahrung.

Danach bewegten sich die Kakerlaken häufiger auf den Geruch zu, in dessen Nähe sie zuvor eine Belohnung erhalten hatten. So bestätigten die Forscher, dass die Insekten in der Lage sind, aus eigenen Erfahrungen zu lernen und nützliche Signale zu speichern.

Im Grunde genommen dient der Geruch ihnen als Hinweis: In der Nähe könnten Nahrung, Unterschlupf und andere Kakerlaken zu finden sein.

Deutsche Schaben bilden keine komplexen Familien und Kolonien wie Bienen oder Ameisen. Sie leben jedoch in Gruppen und sind in der Lage, sich den Geruch des Ortes zu merken, an dem sie aufgewachsen sind.

Daher ist der Ausdruck „sie erkennen die ihren“ nur bedingt zu verstehen. Kakerlaken erkennen keine Verwandten und empfinden keine freundschaftlichen Gefühle. Sie bevorzugen lediglich den vertrauten Geruch ihrer Gruppe.

Dieses Verhalten hilft ihnen, an einem sicheren Ort zu bleiben, an dem es Nahrung, Unterschlupf und die für ihren Organismus notwendigen Bakterien gibt.

Diese Erkenntnis kann bei der Bekämpfung von Kakerlaken helfen

Junge Kakerlaken entfernen sich selten weit von ihrer Gruppe, da sie in deren Nähe alles Notwendige vorfinden. Aus diesem Grund sind herkömmliche Fallen und vergiftete Köder möglicherweise weniger wirksam.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass es in Zukunft möglich sein könnte, einen Geruch zu entwickeln, der Kakerlaken aus verschiedenen Gruppen anlockt. Dieser könnte dann in Fallen und Köder gegeben werden.

Bislang gibt es noch kein solches universelles Mittel. Die Studie hat lediglich aufgezeigt, welche Gerüche das Verhalten von Kakerlaken beeinflussen und warum sich die Insekten an einem Ort versammeln.

Warum dies wichtig ist

Die Studie hat gezeigt, dass das Verhalten von Kakerlaken nicht nur von angeborenen Gewohnheiten abhängt. Sie sind in der Lage, Gerüche zu speichern und ihr Verhalten aufgrund der gewonnenen Erfahrungen anzupassen.

Dies trägt zu einem besseren Verständnis bei, warum Kakerlaken beständige Ansammlungen bilden und warum es manchmal schwierig ist, sie aus ihren Verstecken zu locken.

Quelle

Studie: Ayako Wada-Katsumata et al. Die Gruppenerkennung bei der Deutschen Schabe, einem subsozialen Allesfresser, basiert auf einer Präferenz für Kotgerüche, die durch Koprophagie, Ernährung und Lernen moduliert wird.

Zeitschrift: Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences, 2026.

Maria Grynevych

Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.

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