Eine antike "Zahnbrücke" aus Gold wurde in Schottland gefunden
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Archäologen haben in Schottland einen seltenen Beweis für antike Zahnmedizin gefunden: Ein Mann aus Aberdeen hat einen Golddraht an seinem Unterkiefer erhalten, der einen wackeligen Zahn gehalten oder als Teil einer Zahnprothese gedient haben könnte. Die Forscher bezeichnen dies als das früheste bekannte Beispiel für restaurative Zahnheilkunde in Schottland.
Der Kiefer wurde bei Ausgrabungen in der East Church of St Nicholas Parish in Aberdeen gefunden. Im Jahr 2006 wurden dort die Überreste von etwa 900 Menschen und eine große Anzahl verstreuter Knochen entdeckt. Später untersuchten Forscher das Material im Rahmen eines Projekts über die Gesundheit der schottischen Bevölkerung in verschiedenen historischen Epochen erneut.
Details
An einem der Unterkiefer entdeckten sie eine goldene Ligatur - ein dünner Draht, der um die Schneidezähne befestigt war. Sie verband die rechten seitlichen und linken mittleren unteren Schneidezähne und könnte eine Art Brücke für den fehlenden rechten mittleren Schneidezahn bilden. Sie könnte auch einen beweglichen Zahn stabilisieren.
Die Radiokarbondatierung ergab, dass der Mann irgendwann zwischen 1460 und 1670 lebte. Anhand der Merkmale des Skeletts und der Abnutzung der Zähne stellten die Forscher fest, dass es sich um einen Mann mittleren Alters handelte.
Die Zusammensetzung des Drahtes wurde mit Hilfe der Rasterelektronenmikroskopie und der Röntgenspektroskopie untersucht. Es stellte sich heraus, dass er aus einer Goldlegierung von etwa 20 Karat gefertigt war. Spuren auf den Zähnen deuten darauf hin, dass die Konstruktion vor seinem Tod längere Zeit im Mund des Mannes war und nicht erst für die Beerdigung angebracht wurde.
Warum das wichtig ist
Der Fund zeigt, dass Versuche, Zähne zu restaurieren, schon lange vor der Entstehung der modernen Zahnmedizin als Beruf existierten. In Schottland ist dies das bisher früheste bekannte Beispiel für eine solche restaurative Praxis.
Die goldene Konstruktion deutet auch auf den sozialen Status einer Person hin. Zu dieser Zeit gab es in Aberdeen Goldschmiede, die einen einfachen Golddraht herstellen und an den Zähnen befestigen konnten. Aber ein solches Verfahren erforderte eindeutig Zugang zu teurem Material und handwerklichen Fähigkeiten und war daher wahrscheinlich nicht für jedermann zugänglich.
Die Forscher stellen fest, dass der Grund dafür mehr als nur praktisch gewesen sein könnte. Eine solche Ligatur könnte dazu beigetragen haben, die Kaufunktion zu erhalten, aber auch das Aussehen spielte eine Rolle: Im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit konnten das Lächeln, die Gesundheit und die körperliche Erscheinung einer Person beeinflussen, wie sie in der Gesellschaft wahrgenommen wurde.
Hintergrund
Vor dem 19. Jahrhundert war die Zahnmedizin noch kein eigenständiger Beruf im modernen Sinne. Die Zähne wurden oft von Barbieren oder Spezialisten, den dentatores, behandelt. Dennoch waren Versuche, Zähne zu behandeln, zu stabilisieren oder zu ersetzen, in verschiedenen Kulturen schon lange vor der Neuzeit bekannt.
Ligaturen aus Gold und Silber wurden in älteren archäologischen Kontexten wie Ägypten gefunden, aber einige dieser Konstruktionen wurden möglicherweise erst nach dem Tod angebracht. Im Fall des Fundes aus Aberdeen sind die Spuren auf den Zähnen wichtig, weil sie auf eine lebenslange Verwendung hinweisen.
Quelle
Die Studie von Jenna M. Dittmar et al Restorative dentistry in Early Modern Scotland: archaeological evidence of the use of a gold ligature wurde im British Dental Journal veröffentlicht. Die Autoren beschreiben den Unterkiefer eines Mannes aus Aberdeen mit einer goldenen Ligatur, die als Zahnbrücke oder Zahnstabilisator gedient haben könnte.
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Unabhängiger Forscher, der sich für Archäologie und sakrale Geografie interessiert. Er erforscht diese Themen und schreibt über sie.













