Flusspferde lebten in Europa zur Zeit der Mammuts - sensationelle Entdeckung
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Eine neue Studie hat ergeben, dass europäische Flusspferde bereits vor 31.000 Jahren in Deutschland lebten.
Lange Zeit glaubte man, dass Flusspferde vor etwa 115.000 Jahren aus Europa verschwanden, als das warme Klima der letzten Zwischeneiszeit von der rauen Kälte der Eiszeit abgelöst wurde. Eine neue Studie von deutschen und Schweizer Wissenschaftlern hat diese Annahme jedoch widerlegt.
DNA-Analysen alter Überreste haben gezeigt, dass diese Riesen noch viel länger in Mitteleuropa lebten - bis zu 31 Tausend Jahre, also bis zum Höhepunkt der Eiszeit.
Die Arbeit wurde in der Zeitschrift Current Biology veröffentlicht und basiert auf der Analyse von Radiokohlenstoff und altem genetischen Material, das aus den Überresten von Flusspferden gewonnen wurde, die in der Oberrheinregion (Deutschland) gefunden wurden.
Die Forscher untersuchten 19 versteinerte Flusspferdreste aus der paläontologisch reichen Region des Oberrheins, in der auch Knochen von Mammuts und Wollnashörnern gefunden wurden. Eines der Exemplare enthielt Fragmente alter DNA, so dass zum ersten Mal die genetische Verwandtschaft dieser Tiere mit modernen afrikanischen Flusspferden festgestellt werden konnte.
Die Radiokarbondatierung ergab, dass die Tiere vor 47.000 bis 31.000 Jahren lebten - lange nachdem alte Schätzungen davon ausgingen, dass das Klima in Europa zu kalt für solche wärmeliebenden Arten geworden war.
"Diese Erkenntnisse verändern die Sichtweise auf das Überleben großer Säugetiere in Europa während der letzten Eiszeit völlig", so die Autoren der Studie.
Die Wissenschaftler vermuten, dass Flusspferde dank so genannter Interstadiale - kurzfristige Wärmephasen zwischen schweren Eiszeiten - überlebt haben könnten. Während dieser Zeiten blieben in einigen Gebieten ungefrorene Gewässer und genügend Vegetation erhalten, um große Pflanzenfresser zu ernähren.
Genetische Analysen zeigten jedoch eine geringe DNA-Diversität, was auf kleine, isolierte Populationen hindeutet. Flusspferde lebten wahrscheinlich nicht dauerhaft in Europa, sondern kehrten in günstigen Perioden regelmäßig zurück und verließen es wieder, wenn das Klima zu kalt wurde.
Bisher wurden alle in Mitteleuropa gefundenen Nilpferdreste automatisch der warmen Ägäischen Zwischeneiszeit zugeschrieben, der Zeit vor der letzten Eiszeit. Dies wurde damit erklärt, dass Flusspferde traditionell als "Wärmeanzeiger" gelten und, wie Wissenschaftler glaubten, in eiszeitlichen Klimabedingungen nicht existieren konnten.
Aber neue Daten aus der Oberrheinregion haben gezeigt, dass die Tiere dort während der Eiszeit lebten. Die parallele Datierung von Mammut- und Wollnashornknochen aus denselben Schichten bestätigte die Richtigkeit der Messungen.
"Flusspferde erwiesen sich als viel widerstandsfähiger als wir dachten. Ihre Fußabdrücke in Europa erinnern uns daran, wie variabel die Natur sein kann und wie wenig wir noch über das Leben der alten Arten wissen", sagen die Autoren.
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Unabhängiger Forscher, der sich für Archäologie und sakrale Geografie interessiert. Er erforscht diese Themen und schreibt über sie.













