Forscher haben herausgefunden, warum Populisten immer beliebter werden
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Mit der Machtübernahme ändern sich nicht nur die politischen Prioritäten, sondern auch die Sprache.
Dies ist die Schlussfolgerung von Frederik Jort, außerordentlicher Professor für Politikwissenschaft an der Universität Kopenhagen. Seine in der Zeitschrift Comparative Political Studies veröffentlichte Studie zeigt, dass Politiker, sobald sie Minister werden, für die Wähler immer unverständlicher sprechen - und das kann sie teuer zu stehen kommen.
Eine Analyse von fast 1,5 Millionen parlamentarischen Reden aus den letzten 30 Jahren zeigt einen einheitlichen Trend: Regierungsmitglieder sprechen deutlich komplexer als ihre Oppositionskollegen. Und sobald sie das Kabinett verlassen, vereinfacht sich ihre Sprache wieder. Dies deutet nach Ansicht des Autors der Studie darauf hin, dass der Grund dafür nicht der persönliche Stil oder rhetorische Vorlieben sind, sondern die Besonderheiten der Arbeit in der Exekutive.
"Wir sehen, dass Politiker in der Regierung eine komplexere Sprache verwenden, nicht weil sie es wollen, sondern weil sie es müssen", erklärt Yort.
Er identifiziert drei Schlüsselfaktoren, die dies beeinflussen:
Die bürokratische Terminologie. Minister müssen sich auf Gesetze und technische Details beziehen, was Präzision und ein formelles Vokabular erfordert.
Formale Rollen. Zum Beispiel die Notwendigkeit, Gesetzesvorlagen einzubringen, die oft in einem bürokratischen oder juristischen Stil verfasst sind.
Themen von Reden. In der Regierung sprechen Politiker eher über komplexe Bereiche - Regulierung, Krisenmanagement, Budgets. In der Opposition hingegen dominieren einfachere und emotionsgeladene Themen wie Steuern oder Migration.
Der zweite Teil der Studie umfasste ein Experiment mit mehr als 4.000 Personen. Den Teilnehmern wurden Texte gezeigt, die sich nur durch den Grad der Komplexität der Sprache unterschieden. Und es stellte sich heraus, dass Politiker, die einfach sprachen, viel mehr positive Bewertungen erhielten, unabhängig vom Inhalt.
"Das bestätigt es: Es gibt einen politischen Preis für komplexe Sprache zu zahlen. Die Wähler bevorzugen tatsächlich Einfachheit", betont Jort.
Nach Ansicht des Forschers erklären die Ergebnisse auch den Erfolg populistischer Parteien. Solche Bewegungen neigen dazu, sich auf eine einfache und scharfe Sprache zu verlassen, die bei ihren Zuhörern gut ankommt. Im Gegensatz zu regierenden Politikern sprechen Populisten direkt und vermeiden komplexe Konstruktionen und Begriffe.
"Populisten werfen den Eliten oft vor, sie seien vom Volk abgekoppelt. Unsere Untersuchung zeigt, dass daran etwas Wahres dran ist: Eine technokratischere Sprache wird tatsächlich zu einem Teil der 'Kosten' des Machterhalts", sagt Yort.
Aus Sicht des Forschers ist die sich verschlechternde Qualität der politischen Kommunikation an der Macht ein weiterer Grund, warum die regierenden Parteien an Unterstützung verlieren. Wenn Politiker nicht mehr verständlich sind, verlieren sie an Glaubwürdigkeit - und das macht den Weg frei für neue, "verständlichere" Akteure.
"Die Macht verlangt Präzision, aber beraubt die Einfachheit. Und das verschafft der Opposition einen ernsthaften Vorteil", fasst Hjorth zusammen.
Quelle: Frederik Hjorth, Losing Touch: The Rhetorical Cost of Governing, Comparative Political Studies (2025). DOI: 10.1177/00104140251349646.
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Mykola Potyka verfügt über ein breites Spektrum an Kenntnissen und Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen. Mykola schreibt auf interessante Weise über Dinge, die ihn interessieren.












