Furchterregend nützlich: Wissenschaftler enthüllen, wie Angst die Gesundheit verbessert

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Gruselig, aber nützlich: Wie ein Besuch im Gruselkabinett helfen kann, Entzündungsprozesse im Körper zu bekämpfen
08:30, 25.11.2024


Forscher der Universität Aarhus, Dänemark, haben herausgefunden, dass das Erleben von Angst zu Erholungszwecken, wie z.B. der Besuch eines Spukhauses oder Gruselkabinetts, die Entzündungswerte bei Menschen mit schwachen chronischen Entzündungen senken kann.

Angst und akute Stressreaktionen sind grundlegende Überlebensmechanismen, die das adrenerge System aktivieren und "hit or run" Reaktionen auslösen. Obwohl chronischer Stress mit schädlichen Entzündungen auf niedrigem Niveau verbunden ist, kann eine kurzfristige Aktivierung dieses Systems eine positive Wirkung auf das Immunsystem haben. Ein Team von Wissenschaftlern interessierte sich dafür, wie das freiwillige Erleben von Angst die Entzündungswerte beim Menschen beeinflussen könnte.

In ihrer Studie mit dem Titel "Unravelling the effects of entertaining fear on inflammation: a prospective cohort field study", die in der Fachzeitschrift Brain, Behavior, and Immunity veröffentlicht wurde, rekrutierten die Wissenschaftler 113 erwachsene Besucher eines Spukhauses in Vaile, Dänemark, mit hoher Intensität.

Bei den Teilnehmern, deren Durchschnittsalter 29,7 Jahre betrug (69 Frauen und 44 Männer), wurde während der gesamten Veranstaltung, die im Durchschnitt fast 51 Minuten dauerte, die Herzfrequenz überwacht. Sie bewerteten ihr Angstempfinden selbst anhand einer Likert-Skala von 1 bis 9.

Unmittelbar vor, unmittelbar nach und drei Tage nach dem Besuch wurden Blutproben entnommen, um die Werte des hochsensiblen C-reaktiven Proteins (hs-CRP) und die Anzahl der Immunzellen zu messen. Eine leichte Entzündung war definiert als ein hs-CRP-Wert von über 3 mg/L.

Von den 22 Teilnehmern, die vor der Veranstaltung ein niedriges Entzündungsniveau aufwiesen, hatten 18 (82%) drei Tage nach dem Besuch des Spukhauses einen Rückgang der hs-CRP-Werte zu verzeichnen: Die mittleren Werte sanken von 5,7 mg/L auf 3,7 mg/L. Die Gesamtzahl der Leukozyten und Lymphozyten nahm in der gesamten Gruppe ab, wenn man die Werte vor und drei Tage nach der Veranstaltung vergleicht, obwohl die Durchschnittswerte normal blieben.

Der Rückgang der Entzündungsmarker bei denjenigen, die anfänglich eine erhöhte Entzündung aufwiesen, deutet darauf hin, dass das Erleben von Angst in der Unterhaltung die Immunreaktionen reduzieren kann. Diese Ergebnisse stehen im Einklang mit Tierstudien, die zeigen, dass akuter Stress Entzündungszellen mobilisieren und das Immunsystem auf mögliche Verletzungen oder Infektionen vorbereiten kann.

Menschen suchen oft nach Nervenkitzel, der Angst auslöst, von Geistergeschichten und Streichen bis hin zu modernen Horrorfilmen und Besuchen in Spukhäusern. Dieses Experiment zeigt, dass solche Erlebnisse nicht nur für Adrenalin sorgen, sondern durch die Modulation von Immunreaktionen möglicherweise auch gesundheitliche Vorteile mit sich bringen können.

Es bedarf jedoch weiterer Forschung, um diese Effekte zu bestätigen und die Mechanismen zu erforschen, die dem Zusammenhang zwischen unterhaltsamer Angst und Immunfunktion zugrunde liegen, bevor solche Techniken für medizinische Anwendungen in Betracht gezogen werden können.

Details zur Studie: Marie Louise Bønnelykke-Behrndtz et al, Unraveling the effect of recreational fear on inflammation: A prospective cohort field study, Brain, Behaviour, and Immunity (2024). DOI: 10.1016/j.bbi.2024.10.036

Mykola Potyka

Mykola Potyka verfügt über ein breites Spektrum an Kenntnissen und Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen. Mykola schreibt auf interessante Weise über Dinge, die ihn interessieren.

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