Gefährliche Mode: Welche Gefahren birgt die übermäßige Zufuhr von Ballaststoffen?
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In den letzten Monaten hat ein Trend namens "fibermaxing" im englischsprachigen Internet rasant an Popularität gewonnen - die Mode des extremen Konsums von Ballaststoffen zum Wohle der Gesundheit des Körpers.
Aber Experten warnen: Übermäßiger Enthusiasmus für dieses Element der Ernährung ist nicht nur kein Garant für Gesundheit, sondern kann zu einer Reihe von unangenehmen und manchmal gefährlichen Folgen führen. Dies berichtet die Zeitschrift The Conversation.
Warum braucht der Körper Ballaststoffe?
Richtig: Ballaststoffe sind wichtig für die Verdauung und die allgemeine Gesundheit. Ernährungswissenschaftler raten Erwachsenen in Großbritannien, täglich mindestens 30 Gramm Ballaststoffe zu sich zu nehmen, bei Kindern und Jugendlichen sogar noch weniger. Die Mehrheit der Briten nimmt jedoch nicht genug davon zu sich. Der Hauptgrund dafür ist der massenhafte Verzehr von ultra-verarbeiteten Lebensmitteln (UPF), die bei Erwachsenen mehr als 54% und bei Jugendlichen etwa 66% der täglichen Kalorien ausmachen.
Diese Lebensmittel sind in der Regel arm an Ballaststoffen und Mikronährstoffen, aber reich an Zucker, Salz und ungesunden Fetten. Wenn die UPFs den Tisch dominieren, werden natürliche Produkte - Vollkornprodukte, Gemüse, Obst - in den Hintergrund gedrängt. Die Forschung zeigt: Je höher der Verzehr von ultraverarbeiteten Lebensmitteln ist, desto geringer ist der Gehalt an Ballaststoffen und anderen wichtigen Nährstoffen in der Ernährung.
Ballaststoffe sind für eine ordnungsgemäße Darmfunktion unerlässlich, sorgen für einen regelmäßigen Stuhlgang und verringern das Risiko von entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen und sogar einiger Krebsarten. Außerdem regulieren sie den Blutzuckerspiegel, senken den schlechten Cholesterinspiegel und fördern die Gewichtskontrolle, indem sie ein Sättigungsgefühl vermitteln.
Warum ist "mehr" nicht besser?
In dem Bestreben, "die Gesundheit zu maximieren", erhöhen einige Anhänger der Ballaststoffmaximierung ihre tägliche Dosis an Ballaststoffen auf 50-100 Gramm, was ein Vielfaches der empfohlenen Richtlinien ist. Aber die drastische Erhöhung der Ballaststoffzufuhr, insbesondere ohne ausreichende Flüssigkeitszufuhr, führt zu Blähungen, Krämpfen, Verstopfung und übermäßigen Blähungen im Bauch. Manchmal können diese Nebenwirkungen auch bei mäßigen Überschüssen auftreten, insbesondere wenn die Ernährung zu schnell umgestellt wird.
Eine weitere Gefahr ist die Verdrängung anderer wichtiger Nahrungsbestandteile. Wenn Proteinquellen, komplexe Kohlenhydrate oder Fette zugunsten von Ballaststoffen von der Ernährung ausgeschlossen werden, kann dies zu einem Mangel an Vitalstoffen führen. Außerdem kann ein Zuviel an Ballaststoffen die Aufnahme von Eisen und anderen Mikronährstoffen verringern, was den Stoffwechsel und die allgemeine Gesundheit beeinträchtigt.
Bisher gibt es keine seriösen Langzeitstudien, die die Sicherheit und den Nutzen eines regelmäßigen Ballaststoffüberschusses für den Menschen belegen. Die Begeisterung für Ballaststoffpräparate und -pulver kann zu einem noch größeren Ungleichgewicht führen als die allmähliche Erhöhung der natürlichen Quellen - Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst, Nüsse und Samen.
Wie Sie Ihre Ballaststoffzufuhr richtig erhöhen
Experten betonen, dass es in der Tat von Vorteil ist, mehr Ballaststoffe in Ihre Ernährung aufzunehmen - aber Sie sollten dies mit Bedacht und schrittweise tun. Am besten nehmen Sie sie aus natürlichen Produkten zu sich: Tauschen Sie Weißbrot gegen Vollkornbrot aus, schälen Sie Obst nicht, essen Sie regelmäßig Hülsenfrüchte, fügen Sie Nüsse und Samen zu Ihren Snacks hinzu.
Anstelle von extremen Diäten und neumodischen Nahrungsergänzungsmitteln genügen kleine Veränderungen: Erhöhen Sie den Anteil von Obst und Gemüse in jeder Mahlzeit nach und nach, sorgen Sie für eine abwechslungsreiche Ernährung und vergessen Sie andere wichtige Nährstoffe nicht.
Ballaststoffe spielen eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung von Typ-2-Diabetes, Herzkrankheiten und Fettleibigkeit sowie bei der Verringerung des Risikos für einige Krebsarten. Aber ein Übermaß an Ballaststoffen ist nicht gesünder als ein Mangel. Die Empfehlungen von Ernährungswissenschaftlern und Ärzten bleiben unverändert: nicht den modischen Internet-Trends zu erliegen, nicht eine vollwertige Ernährung durch Pülverchen und Nahrungsergänzungsmittel zu ersetzen, sondern eine ausgewogene Ernährung mit Schwerpunkt auf ganzen Naturprodukten anzustreben.
Wie The Conversation betont, sollte das Streben nach Gesundheit nicht in Besessenheit und Maßlosigkeit umschlagen. Bei einer guten Ernährung geht es um Ausgewogenheit, nicht um die Jagd nach Rekorden.
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Maria Grynevych, Projektmanagerin, Journalistin, Mitautorin des Reiseführers Heilige Berge der Dnjepr-Region, Vortragskurs: Kultische Topographie der mittleren Dnjepr-Region.













